Mit Gewinn leben

Hohe Inflation stellt das Sparziel infrage

Karin Baur

Von Karin Baur

Sa, 19. November 2022 um 14:00 Uhr

Wirtschaft

Durch die hohen Inflationsraten büßt das Ersparte an Kaufkraft ein – Sparerinnen und Sparer sollten reagieren.

Durch die Inflation steht das Sparziel für die Altersversorgung auf dem Prüfstand. Schließlich sind 100 000 Euro in 20 Jahren nicht mehr so viel wert wie heute. Dabei muss die Inflation gar nicht so hoch bleiben wie aktuell. Auch mit tieferen Werten verliert das Ersparte an Kaufkraft. Angenommen, die jährliche Inflationsrate liegt langfristig bei 4 Prozent, dann schrumpft die Kaufkraft im genannten Beispiel auf knapp 46 000 Euro. Selbst bei 2 Prozent, dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank, wäre der Ursprungsbetrag nach 20 Jahren nur noch rund 67 000 Euro wert.
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Wer seine Kaufkraft erhalten will, muss sein Sparziel anpassen und mehr zur Seite legen. Bei 2 Prozent Inflation müsste man statt 100 000 fast 150 000 Euro sparen. Für einen monatlichen Sparplan, der mit durchschnittlich 3 Prozent pro Jahr verzinst wird, bedeutet das: Die Sparrate müsste von rund 300 Euro auf gut 450 Euro steigen – sofern es das Budget erlaubt. Eine andere Möglichkeit ist, an der Zusammensetzung der Geldanlage zu schrauben. Wer nur Zinsanlagen hat, kommt mit dem Zinseszinseffekt nicht weit. Zwar sind die Zinsen schon gestiegen, aber noch sind sie niedrig. Besser funktionierte daher ein Mix aus Tages- oder Festgeld und weltweit gestreuten Aktienfonds. Beträgt die Rendite eines solchen gemischten Depots zum Beispiel 5 Prozent pro Jahr, würden für ein Sparziel von 150 000 Euro rund 370 Euro monatlich reichen. Aktien taugen natürlich nur für jene, die mit den Schwankungen der Börsen keine Probleme haben.
Karin Baur ist Redakteurin für Geldanlage und Altersvorsorge bei der Stiftung Warentest. Weitere Infos: http://www.test.de/geld-aktuell