Zischup-Interview

"Ich mag die Abwechslung"

Lisa Bergmann, Jana Scherer, Klasse 8c, Kolleg St. Sebastian, Stegen

Von Lisa Bergmann, Jana Scherer, Klasse 8c, Kolleg St. Sebastian & Stegen

Mi, 19. August 2015 um 18:30 Uhr

Schülertexte

Katinka Matz (42) hat sich ihren Kindheitstraum verwirklicht und ist Tierärztin geworden. Lisa Bergmann und Jana Scherer aus der Klasse 8c vom Kolleg St. Sebastian in Stegen haben sie im Rahmen des Zischup-Projektes interviewt.

Zischup: Bei welcher Tierarztpraxis arbeiten Sie und wie viele Mitarbeiter sind Sie dort?
Matz: Ich arbeite bei Dr. Beck in Kirchzarten. Wir sind nur zu zweit, also der Chef und ich, zusätzlich noch eine Tierarzthelferin und die Sprechstundenhilfe, welche auch den Telefondienst übernimmt.
Zischup: Warum sind Sie Tierärztin geworden?
Matz: Natürlich aus Tierliebe, es war schon immer mein Traumberuf.
Zischup: Was mögen Sie am meisten an Ihrer Arbeit?
Matz: Ich mag einfach die Abwechslung, also Groß- und Kleintiere zu behandeln und im Schwarzwald ist es natürlich wunderschön auch mal rauszukommen und rumzufahren.
Zischup: Was macht Ihnen am wenigsten Spaß bei der Arbeit?
Matz: Klar, das Einschläfern oder wenn etwas nicht klappt, aber sonst mache ich eigentlich alles sehr gerne.


Zischup:
Machen Sie auch Hausbesuche?
Matz: Ja, Hofbesuche sozusagen. Rinder, Pferde, Schafe, Ziegen und Schweine können nun mal nicht in die Praxis kommen. Dazu würde der Platz nicht reichen. Und natürlich machen wir auch Hausbesuche, wenn die Besitzer wollen, dass ihr Haustier zu Hause eingeschläfert wird.
Zischup: Braucht man bestimmte Voraussetzungen für Ihren Beruf?
Matz: Zuerst einmal natürlich ein gutes Abitur wegen der Zulassungsvoraussetzungen zum Studium. Und dann, wenn man zum Beispiel in einer Großtierpraxis arbeitet, muss man sehr flexibel und jederzeit bereit sein, loszufahren. Es kommt auch oft vor, dass das Telefon am Wochenende klingelt.
Zischup: Gibt es ein Tier, das Sie nicht so gerne behandeln und warum?
Matz: Ja, Reptilien, zum Beispiel Schlangen finde ich nicht so schön. Aber die kommen in meinem Alltag nur selten vor.

Zischup: Was ist bisher Ihr schönstes Erlebnis in Ihrem Beruf gewesen?
Matz: Es gibt viele tolle Erlebnisse. Am schönsten ist es, wenn bei Geburten alles funktioniert oder etwas Schwieriges gelungen ist.
Zischup: Gibt es auch ein besonders schlimmes Erlebnis, an das Sie nicht mehr so gerne zurückdenken?
Matz: Es gibt immer nicht so schöne Sachen, wenn zum Beispiel Tiere nicht gut gehalten oder sogar gequält werden. Oder wenn man nichts mehr für ein Tier machen kann.
Zischup: Können Sie uns noch eine lustige Geschichte von Ihrer Arbeit erzählen?
Matz: Also, ein Bauer hat mir mal erzählt, dass er sein Auto auf dem Hof geparkt hat und dann losgefahren ist. Nachdem er schon eine Weile gefahren ist, hat er plötzlich ein Miauen gehört. Seine Katze saß noch auf dem Autodach. Daraufhin hat er eine Vollbremsung gemacht und ist in ein anderes Auto gefahren. Die Katze ist vom Dach gefallen, hat sich dabei aber zum Glück nicht verletzt.

Zischup: Haben Sie eigene Haustiere und wenn ja, welche?
Matz: Ja. Wir haben vier Meerschweinchen, zwei Kaninchen und zwei Ziegen. Die Ziegen sind allerdings zur Zeit mit einer Herde in Rust.
Zischup: Wenn Sie sich noch einmal einen Beruf aussuchen müssten, würden Sie wieder diesen wählen?
Matz: Auf jeden Fall. Es macht einfach Spaß, auch wenn die Bezahlung nicht ganz so gut ist, und die Bereitschaft zur ständigen Verfügbarkeit muss natürlich auch vorhanden sein. Aber ich würde mich immer wieder dafür entscheiden, Tierärztin zu sein.