Hochwasserschutz

Ichenheim ist vom Polder nur gering betroffen

Hagen Späth

Von Hagen Späth

Fr, 08. November 2019 um 17:02 Uhr

Neuried

Das Regierungspräsidium informiert im Gemeinderat über Polder Ichenheim/Meißenheim/Ottenheim. Auch der Hochwasserdamm X wird ertüchtigt.

Im Zuge des Baus des geplanten Polders Ichenheim/Meißenheim/Ottenheim (IMO) muss auch der sogenannte Hochwasserdamm X, der ehemalige Tulladamm im Westen von Ichenheim, ertüchtigt werden. Darüber hinaus soll er einen durchgehenden und ganzjährig befahrbaren Dammverteidigungsweg erhalten.

Wie Torben Ott vom Regierungspräsidium (RP) jetzt im Gemeinderat Neuried erläuterte, ist die Gemarkung Ichenheim vom geplanten Rückhalteraum nur gering betroffen, weil sich die betroffene Fläche nördlich an den eigentlichen Rückhalteraum anschließe und im Prinzip eine Art Übergang zum bestehenden Polder Altenheim darstelle. Die Fläche werde heute schon bei größeren Hochwassern geflutet. "Durch den künftigen Rückhalteraum wird nicht höher als bisher eingestaut. Allerdings kann sich die Einsatzdauer bei bestimmten Hochwasserlagen verlängern", sagte Ott, der Leiter der Planungsgruppe Offenburg und damit für alle Polder im Kreis zuständig.

Entsprechend den Vorschriften für Hochwasserdämme müssten Schutzstreifen und zehn Meter breite baumfreie Zonen angelegt werden. "In diesem Fall handhaben wir es aber so, dass die Bäume noch stehen bleiben können, bis sie eh hiebreif sind." Auch gegenüber den angrenzenden Wiesen und Äckern müsse ein mindestens zwei Meter breiter Abstand gehalten werden, sagte Ott.

In den Altrheinzug wird nicht eingegriffen

Insgesamt benötige das RP von der Gemeinde Neuried eine Fläche von etwa 1,8 Hektar und von den 20 betroffenen privaten Eigentümern nochmals 0,2 Hektar Fläche.

Auf Nachfrage von Friedhelm Tscherter (SPD) sagte Ott, dass in den Altrheinzug nicht eingegriffen werde. Das sei geprüft worden, hätte aber zu große Probleme mit dem Naturschutz bereitet und zu hohe Kosten für eine Vielzahl von Bauwerken verursacht. Stattdessen werde der Rheinseitengraben erweitert und dadurch dessen Abflussleistung beträchtlich erhöht. Auch der Rheinseitendamm müsse stellenweise ertüchtigt werden.

Der geplante Polder IMO ist Teil des Integrierten Rheinprogramms (IRP), in dessen Zug zwischen Basel und Mannheim 13 Rückhalteräume zum Hochwasserschutz gebaut werden sollen. Der Polder erstreckt sich von Süd nach Nord über die Gemarkungen Schwanau-Ottenheim, Meißenheim und Neuried-Ichenheim. Im Westen wird er von der Stauhaltung Straßburg und im Osten von den Hochwasserdämmen IX und X begrenzt. Auf einer Überflutungsfläche von 390 Hektar sollen einmal maximal 5,8 Millionen Kubikmeter Hochwasser zurückgehalten werden.