Klimaaktion in Waldkirch

Im Klimaschutztempo – also langsam – mit Transparenten über die Straße

Sylvia Sredniawa

Von Sylvia Sredniawa

Fr, 20. September 2019 um 11:26 Uhr

Waldkirch

Ein Zeichen für den Klimaschutz setzten am Freitagmorgen rund 50 klimabewegte Bürger in Waldkirch. Sie trafen sich zur "Kreuzungsinspektion" an der Freiburger/Stahlhofstraße.

Die Demonstranten nutzten hauptsächlich die Grünphasen der Fußgängerampeln, um mit Transparenten und Plakaten auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Nach einer Stunde schwangen sich die meisten Teilnehmer aufs Rad in Richtung Freiburg, zur großen Klimademo.

Für Autos optimiert, nicht für Radfahrer und Fußgänger

Die Kreuzung am Stadteingang von Waldkirch ist für den Autoverkehr optimiert, denn hier rollt am Morgen der Berufsverkehr zu den Firmen und anderen Arbeitsplätzen in der Stadt – die meisten Autos sind mit einer einzelnen Person besetzt. Und aus den Gewerbegebieten rechts und links der Freiburger Straße starten gleichzeitig die Laster und Werkstattfahrzeuge in ihren Arbeitstag. Die Ampelphasen für die Fußgänger sind kurz, die für die Autos lang. Und an zwei Seiten der Kreuzung gibt es gar keine Ampel für Fußgänger; an einer Stelle endet der Fußgängerweg im Nichts. Wer als Fahrradfahrer zum Beispiel vom "Schnellradweg" an der Elz kommt und ins Gewerbegebiet Stahlhofstraße zum Arbeiten oder Einkaufen will, der muss hier entweder auf der Straße zwischen all den Autos fahren oder verkehrswidrig auf dem Gehweg auf der falschen Seite, denn nur dort geht es weiter auf den Radweg gegenüber.

"Soooo langsam kommt der Klimaschutz voran"

Mit ihren Transparenten betraten die Demonstranten am Freitag dann die Straße, wenn es für die Fußgänger erlaubt war und verweilten dort, bis die Autoampel auf "grün" schaltete. Dann verließen sie die Straße wieder im "Klimaschutztempo – also langsam", wie Wolfgang Schäfer vom Klimaschutzarbeitkreis und der BI Energiewende den Demonstranten vorab die mit der Polizei vereinbarten Regularien erläuterte. Bernhard Baumann mischte sich mit einem zu schiebenden Karren in den Verkehr, auf dem er ein Transparent angebracht hatte: "Soooo langsam kommt der Klimaschutz voran, die Ziele 2020 werden Jahre später erreicht. Wann genau????" Einige verteilten Flugblätter an die Autofahrer, welche die meisten freundlich entgegennahmen; nur einige wenige hupten im wachsenden Stau entnervt. Nicht alle haben – vor allem angesichts schlechter Verbindungen im öffentlichen Nahverkehr und weiterer Wege zur Arbeit – eine Alternative zur morgendlichen Autofahrt. Trotzdem: "Ein gesunder Body ist attraktiver als eine fette Karre", war auf einem Schild zu lesen, auf anderen: "Mit dem Fahrrad zur Arbeit", "Carsharing statt Zweitwagen", "Verhaltenswandel statt Klimawandel". Etwa ein Drittel der CO2-Emissionen wird von Verkehr verursacht.