Account/Login

Wiedereröffnete Attraktionen

Im Test: So fährt es sich im Europa-Park in der Tiroler Wildwasserbahn und im Alpenexpress

Michael Saurer
  • Mi, 15. Mai 2024, 10:30 Uhr
    Rust

     

Der wiedereröffnete österreichische Themenbereich des Europa-Parks überzeugt vor allem durch seine liebevoll ausgearbeitete Felslandschaft. Bisweilen sollte man aber wasserfeste Kleidung an haben.

Mit maximal 45 Stundenkilometern legt sich der wieder aufgebaute Alpenexpress in die Kurven und fährt durch eine Felslandschaft. Foto: Michael Saurer
1/4
Der mitleidsvolle Blick des Einweisers hätte eigentlich Warnung genug sein sollen. Der Mann zeigt auf die Kameratasche des Reporters. "Passen Sie auf, man wird jetzt richtig geduscht. Nicht nur so ein bisschen wie früher."

Vorsichtig begleitet er die Gäste in die neue Bahn, die in der Tat von innen wie von außen schon reichlich Wasser abbekommen zu haben scheint. Klare Sache, die am Dienstag wiedereröffnete Tiroler Wildwasserbahn im Europa-Park ist eher etwas für warme Sommertage und deutlich wilder als ihr Vorgänger, der bei einem Brand im Juni 2023 fast vollständig zerstört wurde. Innerhalb von neun Monaten wurde sie nun wieder aufgebaut.

Streckenführung in der Wildwasserbahn ist unverändert

An der Streckenführung hat sich aber wenig geändert. Immer noch wird die Wildwasserbahn erst einmal in die Höhe gezogen, bevor sie dann mit einem heftigen Platsch in einem Becken unten ankommt, einige Zeit durch einen Kanal fährt, dann noch einmal in die Höhe gezogen und wieder nach unten entlassen wird. Wasser spritzt von allen Seiten, der Einweiser hatte recht. Es ist keine Attraktion für Wasserscheue.



Ruhiger geht es im benachbarten Alpenexpress Enzian zu. Auch dieser wurde nach dem Brand komplett neu aufgebaut. Gemessen an heutigen Maßstäben, in denen etwa ein Voltron-Coaster in unter zwei Sekunden von null auf hundert beschleunigt – und das auch noch fast vertikal in die Luft – nimmt sich der Alpenexpress als Achterbahn immer noch eher zahm aus. Gemütlich legt er sich nach dem Start mit maximal 45 Stundenkilometern in die Kurven, fährt durch einige Tunnels und einige Sekunden unterhalb der Wildwasserbahn hindurch. Wegen der niedrigen Geschwindigkeit ist die Bahn auch für Kinder ab vier Jahren und einer Körpergröße von einem Meter in Begleitung ihrer Eltern befahrbar.

Neue Landschaft mit vielen Details

Das besondere der neuen Bahn ist vielmehr die um sie herum gebaute Landschaft mit vielen kleinen Details. Auf einer Fläche von 7000 Quadratmeter wurde eine Felslandschaft modelliert, die auch unabhängig von der Achterbahn über einen eigenen Weg zu Fuß erkundet werden kann. Wer den Aufsteig nicht scheut, findet auf dem in zwölf Metern Höhe gelegenen höchsten Punkt eine Berghütte, von der aus man einen Blick auf den gesamten österreichischen Themenbereich hat. Ein sogenannter "Abenteuerpfad" führt dann ähnlich wie bei einem Klettergerüst auf dem Spielplatz über Seile, Leitern und Trittsteine nach unten.



Ganz unten führt dann der Weg durch die ebenfalls ganz neu wiederaufgebaute Edelsteingrotte, ein Verkaufsgeschäft für Mineralien, in das in einer höhlenartigen Landschaft viele funkelnde Glassteine eingelassen wurden. "Es war uns wichtig, den Bereich genau so aufzubauen, wie man ihn kannte", betont Ann-Kathrin Mack, die Tochter des Europa-Park-Chefs Roland Mack, die als Architektin maßgeblich in die Umgestaltung und den Wiederaufbau eingebunden war.

Der neue Alpenexpress fährt ausschließlich im Freien

Einen Unterschied gibt es aber doch: Im Gegensatz zur alten Bahn, fährt die neue nicht mehr durch die Halle der Grotte hindurch. Der neue Alpenexpress fährt praktisch ausschließlich im Freien, was laut Ann-Kathrin Mack vor allem der schnellen Bauzeit geschuldet sei. Dass alles innerhalb der geplanten neun Monate fertiggestellt werden konnte, sei eine enorme Herausforderung gewesen, sagt Mack – vor allem deshalb, weil die engen Gassen des Parks es nicht zuließen, dass schwere Baumaschinen und Materialien durch sie transportiert werden konnten. Alles musste somit über einen Kran zur Baustelle gehievt werden.

Bahn kann 20.000 Fahrgäste am Tag transportieren

20.000 Fahrgäste könnte die Bahn nun pro Tag aufnehmen, sagt Roland Mack im Gespräch mit der BZ. Er sei froh, dass nach den komplexen Bauarbeiten am neuen kroatischen Themenbereich nun auch diese Baustelle erfolgreich zu Ende gebracht worden sei.

Auch den Gästen des Parks scheinen die neu konzipierten Bahnen zu gefallen. Schon kurz nach der Eröffnung bildeten sich lange Schlangen vor der Wildwasserbahn wie auch dem Alpenexpress. Letzterer kann wie früher gegen Aufpreis auch zusätzlich noch über Virtual-Reality erfahren werden. Setzt man die helmartige Brille auf, wähnt man sich in einer Fantasielandschaft. Die realen Fliehkräfte der Bahn korrespondieren dann mit der virtuellen Landschaft.

Für Europa-Park-Nostalgiker gibt es dabei nun noch eine Besonderheit. Wer möchte kann als Programm der Virtual-Reality-Brille die alte Bahn vor dem Brand wählen. Dann fährt man zumindest virtuell noch einmal durch die alte Streckenführung – inklusive der Fahrt durch die Edelsteingrotte.

Ressort: Rust

Dossier: Europa-Park Rust

  • Artikel im Layout der gedruckten BZ vom Mi, 15. Mai 2024: PDF-Version herunterladen

Artikel verlinken

Wenn Sie auf diesen Artikel von badische-zeitung.de verlinken möchten, können Sie einfach und kostenlos folgenden HTML-Code in Ihre Internetseite einbinden:

© 2024 Badische Zeitung. Keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.
Bitte beachten Sie auch folgende Nutzungshinweise, die Datenschutzerklärung und das Impressum.