Corona-Pandemie

Impfangebot in Baden-Württemberg wird erneut auf mehr Gruppen erweitert

Sebastian Kaiser

Von Sebastian Kaiser

Fr, 26. Februar 2021 um 15:39 Uhr

Südwest

Baden-Württemberg beginnt damit, weitere Personen unter 65 Jahren zu impfen. Darunter sind unter anderem Menschen mit Vorerkrankungen, Polizisten und enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen.

"Wir öffnen die Impfungen für Menschen von 18 bis einschließlich 64 Jahren mit bestimmten Vorerkrankungen oder wenn sie zum Beispiel enge Kontaktpersonen von Schwangeren, Vorerkrankten und Pflegebedürftigen sind", erklärte Sozialminister Manfred Lucha am Freitag in einer Pressemitteilung.

Baden-Württemberg erwartet bis Mitte März rund 450.000 Dosen des Impfstoffs von Astrazeneca. Weil dieser nur für bestimmte Altersgruppen in Deutschland zugelassen ist, gehören Menschen, die älter als 64 Jahre alt sind, nicht zu den Neuberechtigten.
Zu jung für Gruppe 1, zu alt für Astrazeneca: Wann wird die Alterslücke im Impfprogramm geschlossen?

Man erwarte, dass die Liefermengen schnell weiter ansteigen werden, erklärte Lucha. " Wir können im Verlauf der nächsten Wochen jeder und jedem Berechtigten, die oder der das möchte, ein Impfangebot machen", so der Minister.

Ein Sprecher des Sozialministeriums erklärte am Freitag der Badischen Zeitung, dass Personen von 18 bis einschließlich 64 Jahren impfberechtigt seien, die unter Paragraf 3 der Coronavirus-Impfverordnung der Bundesregierung mit "hoher Priorität" verzeichnet sind. Darunter auch Polizei- und Ordnungskräfte.
Wer ist aktuell in Baden-Württemberg neu impfberechtigt?

  • Personen (von 18 bis 64 Jahren), bei denen ein sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht:
    - Personen mit Down-Syndrom (Trisomie 21)
    - Personen nach Organtransplantation
    - Personen mit einer Demenz oder mit einer geistigen Behinderung oder mit schwerer psychiatrischer Erkrankung, insbesondere bipolare Störung, Schizophrenie oder schwere Depression
    - Personen mit malignen hämatologischen Erkrankungen oder behandlungsbedürftigen soliden Tumorerkrankungen, die nicht in Remission sind oder deren Remissionsdauer weniger als fünf Jahre beträgt
    – Personen mit interstitieller Lungenerkrankung, COPD, Mukoviszidose oder einer anderen, ähnlich schweren chronischen Lungenerkrankung
    Personen mit Diabetes mellitus (mit HbA1c ≥ 58 mmol/mol oder ≥ 7,5%)
    – Personen mit Leberzirrhose oder einer anderen chronischen Lebererkrankung
    - Personen mit chronischer Nierenerkrankung
    - Personen mit Adipositas (Personen mit Body-Mass-Index über 40)
  • Personen (von 18 bis 64 Jahren), bei denen nach individueller ärztlicher Beurteilung aufgrund besonderer Umstände im Einzelfall ein sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht.
  • Bis zu zwei enge Kontaktpersonen (von 18 bis 64 Jahren) von einer nicht in einer Einrichtung befindlichen pflegebedürftigen Person, die das 70. Lebensjahr vollendet oder bei der eine Erkrankung nach den beiden vorangegangenen Punkten vorliegt. Die Kontaktpersonen werden von dieser Person oder von einer sie vertretenden Person bestimmt.
  • Bis zu zwei enge Kontaktpersonen (von 18 bis 64 Jahren) von einer schwangeren Person, die von dieser Person oder von einer sie vertretenden Person bestimmt werden.
  • Personen (von 18 bis 64 Jahren), die in Obdachlosenunterkünfte oder Einrichtungen zur gemeinschaftlichen Unterbringung von Asylbewerbern, vollziehbar Ausreisepflichtigen, Flüchtlingen und Spätaussiedlern untergebracht oder tätig sind.
  • Personen (von 18 bis 64 Jahren), die in stationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege geistig oder psychisch behinderter Menschen tätig sind oder im Rahmen ambulanter Pflegedienste regelmäßig geistig oder psychisch behinderte Menschen behandeln, betreuen oder pflegen.
    - in besonderen Wohnformen der Behindertenhilfe
    - in Werk- und Förderstätten für behinderte Menschen
("Tätig" sind alle direkten Beschäftigten der Einrichtungen (u.a. Hauswirtschaftskräfte, Sozialpädagogen, Verwaltungsmitarbeiter, auch Beschäftigte externer Dienstleister wie z.B. Reinigungskräfte). Daneben sind in den Einrichtungen auch weitere tätige Personen anspruchsberechtigt, sofern sie regelmäßig unmittelbaren Bewohnerkontakt haben (z.B. auch Ehrenamtliche).)
  • Personen (von 18 bis 64 Jahren), die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem hohen oder erhöhten Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind, insbesondere in SARS-CoV-2-Testzentren, Personal der Blut- und Plasmaspendedienste, Ärzte und sonstiges Personal mit regelmäßigem unmittelbarem Patientenkontakt.
    - Krankenhaus- und Praxispersonal (Arzt-/Zahnarzt-/Heilmittelerbringerpraxen; z.B. Ärzte, MFAs, Physio-, Ergotherapie, Podologie)
    - Personal der Rehabilitationseinrichtungen
    - Reinigungspersonal in Kliniken und Praxen
    - Hebammen
    - Personal der Blut- und Plasmaspendedienste mit Patientenkontakt
    - Personal, das Abstriche nimmt (zum Beispiel auch Apotheker)
    - Personal des ÖGD mit Patientenkontakt
    - Mitarbeitende der Einsatzdienste von Hausnotrufanbietern
    -Personal der forensischen Psychiatrie sowie in medizinischen Bereichen der Justizvollzugsanstalten
    - Personal in der stationären Suchtbehandlung beziehungsweise -rehabilitation
    - Personen, die im Bestattungswesen Kontakt zu SARS-CoV-2 infizierten Leichnamen haben
    - Umfasst sind jeweils auch Auszubildende und Studierende mit unmittelbarem Patientenkontakt.
  • Polizei- und Ordnungskräfte (von 18 bis 64 Jahren), die in Ausübung ihrer Tätigkeit zur Sicherstellung der öffentlichen Ordnung, insbesondere bei Demonstrationen, einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, sowie Soldatinnen und Soldaten, die bei Einsätzen im Ausland einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind.
  • Personen (von 18 bis 64 Jahren), die im öffentlichen Gesundheitsdienst oder in besonders relevanter Position zur Aufrechterhaltung der Krankenhausinfrastruktur tätig sind.
    - Mitarbeitende des ÖGD mit und ohne Patientenkontakt
    - Mitarbeitende in Krankenhäusern in den Bereichen IT/EDV, Krankenhaus- und Medizintechnik, Hauswirtschaft, Küche, Krankenhausapotheke, Verwaltung, Sterilgutversorgung, angeschlossene Wäschereien
    - Personen, die im Rahmen ihrer Außendiensttätigkeit in Krankenhäusern tätig sind und dabei mit besonderer Relevanz zur Aufrechterhaltung der Krankenhausinfrastruktur beitragen (zum Beispiel Wartung von Beatmungsgeräten).
  • Personen (von 18 bis 64 Jahren), die im Rahmen der nach Landesrecht anerkannten Angebote zur Unterstützung im Alltag im Sinne des § 45a des Elften Buches Sozialgesetzbuch regelmäßig bei älteren oder pflegebedürftigen Menschen tätig sind.
  • Personen (von 18 bis 64 Jahren), die in Kinderbetreuungseinrichtungen, in der Kindertagespflege, hauptamtlich in Einrichtungen und aufsuchenden Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe und als Schullehrkräfte/Mitarbeitende an Schulen (Grund-, Werkreal-, Haupt- und Realschulen, Gymnasien, SBBZ, berufliche Schulen) mit unmittelbarem Kontakt zu Kindern/Schülerinnen und Schülern sowie weiteren zu betreuenden Personentätig sind, sowie die Auszubildenden und Studierenden, die im Rahmen der Ausbildung in entsprechenden Einrichtungen tätig sind. Hierzu zählen neben den dort lehrenden bzw. erziehenden Personen beispielsweise auch:
    - Weiteres Schulpersonal (z.B. Hausmeister)
    - Sozialpädagoginnen und -pädagogen in entsprechenden Einrichtungen
    - Aufsuchendes Personal der öffentlichen Jugendhilfe (z.B. auch im Jugendamt)
    - Schul- und Kitabegleiterinnen und –begleiter
    - Beschäftigte der Heilpädagogische Dienste und Interdisziplinären Frühförderstellen.

Weitere Informationen darüber, wer in Baden-Württemberg nun impfberechtigt ist, wie die Berechtigung nachzuweisen ist und wie die Vorabregistrierung funktioniert: https://impfen-bw.de/

Wer ist außerdem immer noch impfberechtigt?

  • Menschen, die das 80. Lebensjahr vollendet haben.
  • Menschen, die in stationären und teilstationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen behandelt, betreut oder gepflegt werden oder tätig sind.
  • Menschen, die im Rahmen ambulanter Pflegedienste regelmäßig ältere oder pflegebedürftige Menschen behandeln, betreuen oder pflegen, sowie Menschen, die im Rahmen der ambulanten Pflege Begutachtungs- oder Prüftätigkeiten ausüben.
  • Menschen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem sehr hohen Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind, insbesondere auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten, als Leistungserbringer der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung, in den Impfzentren sowie in Bereichen, in denen für eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 relevante aerosolgenerierende Tätigkeiten durchgeführt werden.
  • Menschen, die in medizinischen Einrichtungen regelmäßig Personen behandeln, betreuen oder pflegen, bei denen ein sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht. Insbesondere:
    - Ärzte und medizinisches Personal in niedergelassenen (radio-)onkologischen Praxen
    - Ärzte und medizinisches Personal, das in den stationären Bereichen (Radio-)Onkologie, Transplantationsmedizin und Palliativmedizin auch ((Kinder-)Hospize) tätig ist
    - Ärzte und medizinisches Personal in Dialyseeinrichtungen