Energie

In der Kläranlage in Schönau soll Strom aus Faulgas erzeugt werden

Dirk Sattelberger

Von Dirk Sattelberger

Sa, 20. Juli 2019 um 18:50 Uhr

Schönau

Die Schönauer Kläranlage soll saniert werden. Mit einem Blockheizkraftwerk soll Faulgas, das im Turm erzeugt wird, zum Heizen verbrannt werden. Außerdem soll die Anlage mehr Strom produzieren,

Die Kläranlage des Gemeinderverwaltungsverbands (GVV) Schönau soll modernisiert werden. Die Verbandsversammlung stimmte am Donnerstagabend zu, einen Austausch des Blockheizkraftwerks in Wembach vorzubereiten. Die Energiekosten sollen dadurch deutlich gesenkt werden.

Strom soll zum Betrieb der Anlage produziert werden

Damit der Faulturm zuverlässig und rund um die Uhr arbeiten kann, sind 37 Grad Celsius für die Bakterien nötig. Die Wärme liefert ein 17 Jahre altes Blockheizkraftwerk, das laut Betriebsleiter Klaus Wuchner bald am Ende seiner Lebensdauer angekommen sei. Außerdem sei es schwierig, zukünftig an Ersatzteile zu kommen.

Die Idee: Mit einem neuen Blockheizkraftwerk soll Faulgas, das im Faulturm erzeugt wird, zum Heizen verbrannt werden. Außerdem soll die neue Anlage mehr Strom produzieren, der ebenfalls zum Betrieb der Kläranlage gebraucht wird. So könne die "maximale Wirtschaftlichkeit" erreicht werden. Im Moment verbraucht die Anlage gegenüber der Hella in Wembach rund 100 000 Euro Energiekosten jährlich, sagte Wuchner zur BZ. "Wir können derzeit nur 33 Prozent Eigenstrom produzieren. Andere schaffen 100 Prozent."

Bauamtsleiter Helmut Wunderle erklärte, dass man die Zeit bis zur nächsten Panne nutzen wolle um zu schauen, was der Markt für Lösungen anbietet.

Ein Vertreter der Firma Messerschmid in Bonndorf berichtete, dass man beim Einbau einer neuen energiesparenden Anlage auch Solarpanele auf drei Dächer der Kläranlage installieren könne, um noch mehr Strom zu produzieren. Preis für das ganze Paket: knapp 300 000 Euro inklusive Wartungsvertrag. Nach 15 Jahren habe sich die Investition amortisiert. Schneller gehe es, wenn man auf die Photovoltaik verzichte. Dann liege der Preis bei gut der Hälfte, die Amortisationszeit bei rund acht Jahren.

Die Vertreter der neun GVV-Kommunen stimmten dafür, auf der Grundlage der Messerschmid-Untersuchungen noch dieses Jahr eine neue Anlage ausschreiben zu lassen. Sie könnte bereits im kommenden Jahr eingebaut werden. Das alte Blockheizkraftwerk samt Gastank würde dann als Ersatz dienen, etwa in Spitzenlastzeiten oder wenn es nicht genug Faulgas gibt. Ob mit ohne oder Sonnenstrom soll diesen Herbst entschieden werden.

Genehmigung muss erneuert werden

Für die Kläranlage ist übrigens schon seit eineinhalb Jahren die wasserrechtliche Erlaubnis abgelaufen. Auch für den Tiefbrunnen fehlt aktuell eine Genehmigung. Um dies nachzuholen, billigte die Versammlung Aufträge an zwei Ingenieurbüros, um die Unterlagen für die Genehmigungsbehörde in Lörrach zusammenzustellen. Weil offenbar Pläne fürs Oberflächenwasser in manchen GVV-Gemeinden fehlen, muss mit Kosten von 3000 bis 5000 Euro netto pro Kommune gerechnet werden. Das Landratsamt hat eine Übergangszeit für die Kläranlage bis Ende 2023 gewährt. Sobald alles zusammen ist, verspricht man sich auch eine Auskunft darüber, wie hoch der Reinigungsgrad der Anlage ist und wo genau das Grundwasser anliegt.