In der Krise wichtigen Beitrag geleistet

Christine Storck und Elena Stenzel

Von Christine Storck & Elena Stenzel

Sa, 27. Juni 2020

Ortenaukreis

Zahlreiche Betriebe aus dem Ortenaukreis haben in Corona-Zeiten hilfreiche Produkte entwickelt.

. Mund-Nasen-Maske, Panoramavisier, Spuckschutz: In den Monaten haben zahlreiche Unternehmen Produkte und Dienstleistungen entwickelt, um den Alltag der Corona-Krise zu erleichtern. "Das hat heldenhaften Charakter", sagt Dominik Fehringer, Chef der Wirtschaftsregion Ortenau (WRO). Das Netzwerk bündelt und präsentiert die Neuheiten unter dem Dach der Initiative "Heldenprodukte".

"Viele wollen einen Beitrag leisten", sagt Dominik Fehringer. Die WRO, ein Netzwerk aus 53 Kommunen, dem Landkreis, Banken, Kammern sowie 170 der größten Unternehmen, stellt die Corona-Produkte auf einer eigenen Website vor. Diese soll kontinuierlich ergänzt werden. "Wir wollen die Werbetrommel für unsere Region rühren." Die Produkte und Dienstleistungen seien auch überregional von Bedeutung. Einige Beispiele:

Die Zimmer GmbH Kunststofftechnik in Freistett hat ihre Produktion um einen Hygiene-Türgriff erweitert. Er verhindert, dass die Handinnenfläche beim Öffnen einer Türe die Klinke berührt, erklärt Geschäftsführer Jonas Zimmer. Stattdessen wird der Unterarm oder Ellbogen zu Hilfe genommen. Dadurch sinke das Risiko, mit Viren oder Bakterien in Berührung zu kommen. Die Idee kam aus der Belegschaft. Eingesetzt werden kann der "Hand-Held" in Behörden und Schulen, aber auch im privaten Umfeld.

Das Offenburger BAV-Institut, ein mikrobiologisches Labor für Lebensmittel-, Kosmetik- und Arzneimitteluntersuchungen, macht das Angebot, Umgebungsproben auf Sars-CoV-2 zu untersuchen. "Damit lässt sich die Verbreitung auf Oberflächen, Bedarfsgegenständen und Medizinprodukten sowie der Erfolg von Hygiene- und Schutzmaßnahmen prüfen", sagt Geschäftsführer Paul Andrei. Kunden können Tupfer anfordern und Proben von Lichtschaltern, Spielsachen, Verpackungsmaterialien oder Atemschutzmasken nehmen. Die Ergebnisse liegen nach drei Tagen vor. "Hygienekontrollen, Reinigung und Desinfektion gehören zu unseren Kernkompetenzen. Deshalb war es uns wichtig, sinnvolle Untersuchungen in Bezug auf das Coronavirus anzubieten", sagt Andrei.

Das auf Vereins- und Dienstbekleidung spezialisierte Unternehmen Fischerkleidung aus Schweighausen hat bereits Mitte März in Folge der Corona-Krise seine Produktion auf waschbare Mund-Nasen-Masken umgestellt und stellt pro Tag Tausende Masken her. "Nach verschiedenen Anfragen wurde uns schnell deutlich, wie dringend sie gebraucht werden", schreibt Geschäftsführer Udo Fischer in einer Pressemitteilung. Dafür habe man den Maschinenpark umgerüstet. Mit den Masken werden etwa Kliniken, Rettungsdienste, Apotheken, Ärzte und Pflege-Einrichtungen, aber auch Unternehmen und Privatleute beliefert.

Das Unternehmen Rosconi in Kippenheim ist auf professionellen Innenausbau spezialisiert. In der Corona-Krise hat es eine "Protect-Serie" eingeführt, die allerlei Helfer wie Trennwände, Schutzscheiben, Abstandsaufkleber und Desinfektionsmittel-Stelen umfasst. Diese können etwa bei Tagungen Sitzreihen voneinander abtrennen oder an Kassen und Theken das Personal vor Tröpfchen schützen.

Die Firma ms Holzprodukte GmbH und Dekowerk in Seelbach entwickelte innerhalb einer Woche einen Prototypen für Plexiglas-Trennwände. Das Team fertigt diese nun neben dem Tagesgeschäft in verschiedenen Farben und Beschaffenheiten. Dann kam ein örtlicher Frisör auf Inhaber Mathias Schmidt zu: "Er hatte im TV eine Maskenhalterung gesehen und sagte, er brauche das für seinen Salon." Also begann man, Maskenhalterungen zu fertigen, die den Hinterkopf frei lassen, so dass Frisöre dort ungehindert Haare schneiden können. Diese Produkte führt Schmidt nun auf der Website als Covid-19-Produktlinie. Ob er auch künftig weiterhin diese Pandemiehelfer fertigen will, ist noch nicht sicher. "Wir lassen es auf uns zukommen."

Die Firma E.Wilhelm Etuis aus Kappel-Grafenhausen stellt Verpackungen, Schatullen, Etuis und Aufbewahrungen her. Und nun auch transparente Schutzvisiere. Mindestbestellsumme sind zwei Sets.

Hans Fleig GmbH in Lahr setzt ebenfalls auf Visiere. Es stellt seit einigen Wochen Panoramavisiere für Erwachsene und ein Modell für Kinder her. Diese können im Online-Shop bestellt werden.

Die Firma Polar-Form in Lahr ist auf die Herstellung von Kunststoffwerkzeugen spezialisiert, hat während der Pandemie aber in kurzer Zeit eine medizintechnische Silikonmaske entwickelt. Normalerweise dauert so ein Prozess ein halbes Jahr, wie es in einer Pressemitteilung heißt, im aktuellen Fall blieb nicht so viel Zeit. Seit dem 11. Mai sind die Mund-Nasen-Masken in Produktion. Täglich werden etwa 3500 Exemplare in Loßburg von der Firma Arburg gefertigt. Diese werden an Kliniken und Pflegeeinrichtungen verschenkt.