Neubaugebiet

In Ehrenkirchen soll ein Inklusives Wohnprojekt entstehen

Andrea Gallien

Von Andrea Gallien

Mo, 08. Juli 2019 um 12:34 Uhr

Ehrenkirchen

Die Planungen im Neubaugebiet "Zwischendörfer-West" schreiten voran. Unter Federführung der Genossenschaft Oekogeno wird ein für Ehrenkirchen neues Inklusives Wohnprojekt entwickelt.

Die ersten Häuser stehen und sind bezogen im neuen Wohngebiet "Zwischendörfer-West". Doch es wird weiter gebaut und geplant. Mit einer ganz besonderen Planung beschäftigte sich der jetzt der Gemeinderat. Die Genossenschaft Oekogeno erläuterte ihr inklusives Wohnprojekt, das im Bereich zwischen der Krozinger und der Kientzheimer Straße sowie am Ambringer Ring entstehen soll: insgesamt sieben Mehrfamilienhäuser, drei davon mit Eigentumswohnungen – und alle barrierefrei. Derzeit läuft die Projektentwicklung.

Was gebaut werden soll, stellten Genossenschaftsvorstand Joachim Bettinger und die Architektin Susanne Preßer vom Büro Amann Burdenski Munkel (ABMP) in Freiburg dem Gremium vor.

Oekogeno geht es darum, langfristige und nachhaltige Projekte zu entwickeln

Die eingetragene Genossenschaft Oekogeno gibt es seit mehr als 30 Jahren. Sie bezeichnet sich als sozial-ökologisch ethische Genossenschaft, ist vor allem in den Bereichen soziale Projekte, regenerative Energien und in forst- und landwirtschaftlichen Projekten tätig ist und hat mittlerweile rund 15 500 Mitglieder. "Wir sind kein klassischer Bauträger, kein typischer Investor und keine typische Baugenossenschaft", so Bettinger. Vielmehr gehe es bei Oekogeno darum, ausschließlich langfristige und nachhaltige Projekte zu entwickeln. "Die Mitglieder sind die Anleger und Geldgeber", Raum für Möglichkeiten soll geschaffen und gute Ideen bundesweit zukunftsfähig gemacht werden.

Das Vorhaben in Ehrenkirchen umfasst sieben Häuser mit einer Gesamtwohnfläche von 5400 Quadratmetern. In drei Häusern werden die 24 Wohnungen als Eigentumswohnungen vermarktet, die vier anderen sind Genossenschaftsgebäude. Es gibt Wohnungsgrößen von der Einzimmer- bis zur Fünfzimmerwohnung.

Alle Häuser sollen nachhaltig (ökologisch wie ökonomisch) sein, barrierefrei und für Alt und Jung geeignet. In den etwa 60 Wohneinheiten sollen zu 40 Prozent Familien mit Kindern aus Ehrenkirchen und Umgebung einziehen, Rentner und Senioren sollen 25 Prozent der Bewohner ausmachen, Singles, Paare und Studenten 20 Prozent. Joachim Bettinger sprach von einem Durchmischungskonzept. Hinzu kommen eine Pflegegruppe mit sieben bis acht Bewohnern und eine Handicap-Wohngemeinschaft für vier Menschen.

Nachbarschaftliches Miteinander ist wichtig

Es wird einen Gemeinschaftsraum mit Küche geben, der von den Bewohnern genutzt werden kann, ebenso ein Gästezimmer für Besucher und einen zentralen Platz, um den sich die Häuser gruppieren. Hier können gemeinsame Projekte entwickelt werden, ein gemeinsamer Garten zum Beispiel, oder gemeinsame Feste.

Wer in den Häusern leben möchte, sollte ein nachbarschaftliches Miteinander pflegen, die Häuser werden nicht gegenüber der Nachbarschaft abgeschottet, sondern die öffentlichen Räume wie die Grünflächen auch von Menschen genutzt werden können, die nicht in den sieben Häusern wohnen.

Angestrebt ist auch, so Bettinger, keine Spekulations- und Marktmiete, sondern eine Kostenmiete, die allerdings, so erklärte er auf Nachfrage aus dem Rat, über zehn Euro pro Quadratmeter liegen wird und nicht darunter, wie bei einer früheren Vorstellung des Projektes zunächst angekündigt.

Verkehr soll außerhalb des Neubaugebietes bleiben

Vorgesehen ist die Förderung der "intelligenten Mobilität", es wird einen Carsharing-Parkplatz geben sowie überdachte Unterstellmöglichkeiten für Fahrräder. Die Tiefgarage, bestückt mit 82 Plätzen, Lademöglichkeiten für E-Autos und mit Aufzügen in jedes Haus, ist von der Krozinger Straße anzufahren. So bleibt der Verkehr außerhalb des Neubaugebietes.

Im Herbst wird es eine Informationsveranstaltung für die Bürger geben, Baustart ist für Anfang 2020 geplant. Mit jedem Interessenten werden Gespräche geführt, kündigte Bettinger an, denn jedem müsse klar sein, dass es nicht nur um eine neue Wohnung geht, sondern um eine Lebensform und darum, sich in der Gemeinschaft einbringen zu wollen.