Sicherheitskonzept

In Kehl sollen Polizei und Stacheldraht die Bäder sichern

Hubert Röderer

Von Hubert Röderer

Mi, 03. Juli 2019 um 18:22 Uhr

Kehl

Die Freibäder in Kehl haben unruhige Zeiten hinter sich. Damit nach mutmaßlichen Tumulten wieder Ruhe einkehrt, rückt nun verstärkt die Polizei an. Auch Stacheldraht soll die Sicherheit verbessern.

Mit einem gemeinsamen Sicherheitskonzept werden das Polizeipräsidium Offenburg und die Stadt Kehl gegen die Störungen durch jugendliche Gruppen vorgehen, die größtenteils aus Straßburg stammen und in den letzten Wochen in den Freibädern in Kehl und Auenheim für Negativschlagzeilen gesorgt hatten. In einem Brief hatte zuvor Innenminister Thomas Strobl Kehl die Unterstützung durch das Ministerium zugesichert.

Die Jugendlichen hatten sich nicht nur wiederholt den Weisungen des Bäder- und Sicherheitspersonal widersetzt, sie waren, wenn die Bäder wegen Überfüllung geschlossen wurden, auch über die Zäune eingestiegen. Ordnungsstörungen und Straftaten, die bekannt wurden, werden derzeit polizeilich überprüft. Kehls OB Toni Vetrano und Polizeipräsident Reinhard Renter haben nun ein neues gemeinsames Sicherheitskonzept auf den Weg gebracht. Laut Vetrano soll es gewährleisten, dass die Sicherheit der Badegäste, vor allem der Familien mit Kindern, bestmöglich geschützt ist:
  • Die Stadt hat die Zahl der Security-Mitarbeiter im Kehler Freibad zunächst von vier auf acht verdoppelt und wird sie an den Wochenenden, von Freitag bis einschließlich Sonntag, auf zwölf erhöhen.
  • Im Auenheimer Bad sind täglich vier statt zwei Security-Kräfte präsent.
  • Zusätzlich werden jeweils zwei Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes täglich für jeweils vier Stunden in beiden Bädern präsent sein.
  • Die Taschen der Besucher werden weiterhin kontrolliert.
  • Die Zäune beider Bäder werden in den kommenden Tagen mit Stacheldraht erhöht, um zu verhindern, dass sie überklettert werden, wenn die Freibäder wegen Überfüllung geschlossen werden müssen.
Polizeipräsident Reinhard Renter stand bereits nach den ersten Vorfällen Anfang Juni in direktem Austausch mit dem OB. Während die Stadt für die Sicherheit innerhalb der Bäder zuständig ist, wurden die polizeiliche Präsenz rund um die Bäder und vor allem in den Zugangsbereichen bereits verstärkt, teilten Polizeipräsidium und Stadt mit. Darüber hinaus wird derzeit laut der gemeinsamen Mitteilung geprüft, ob gemeinsame deutsch-französische Polizeistreifen im Umfeld des Schwimmbads eingesetzt werden können. Sollte dies erforderlich sein, sei zudem eine temporäre Unterstützung des Polizeireviers Kehl durch Beamte des "Polizeipräsidiums Einsatz" möglich.

"Wir unterstützen die Stadt Kehl dabei, die Sicherheit und Lebensqualität ihrer Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten", sagte Renter, "in enger Kooperation mit der Ortspolizeibehörde und durch verstärkte Präsenz können wir schneller intervenieren und Straftaten konsequent verfolgen." Abschließend erörterten Vetrano und Renter die Möglichkeit, eine Sicherheitskonferenz einzuberufen, Ergebnisse wurden nicht bekannt.

Innenminister Thomas Strobl hatte bereits zuvor OB Vetrano in einem Antwortbrief Unterstützung bei der Aufrechterhaltung der Sicherheit im Umfeld der Freibäder zugesichert. So wies Strobl auch ausdrücklich auf die gemeinsamen deutsch-französischen Polizeistreifen im Umfeld des Schwimmbades hin: Dies halte er für eine geeignete Maßnahme, "um den auffälligen Jugendlichen auch in ihrer Sprache ein klares Stopp-Signal zu senden". OB Vetrano hat zudem mitgeteilt, dass er auch mit der elsässischen Präfektur der Région Grand Est über ein gemeinsames Sicherheitskonzept reden wolle.

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