Flüssigbodentechnologie

In Kleinkems soll eine Anlage zur Aufbereitung von Erdaushub entstehen

Herbert Frey

Von Herbert Frey

Mi, 10. Juni 2020 um 13:03 Uhr

Efringen-Kirchen

Die Firma Bodenverwertung Efringen-Kirchen will eine Alternative zur teuren Endlagerung von Mutterboden bieten. Denn die Kapazitäten auf den Deponien sind knapp.

Die Firma Bodenverwertung Efringen-Kirchen GmbH, die bereits auf dem Areal des früheren Zementwerkes Kleinkems im Gewerbegebiet Vollenburg-Ost ansässig ist, richtet dort eine stationäre Verwertungsanlage für mineralische Materialien ein. Das Genehmigungsverfahren laufe in enger Abstimmung mit dem Landratsamt bereits seit 2017, schilderte Planer Christoph Diemer am Montag im Technischen Ausschuss, nachdem er das Projekt nichtöffentlich bereits im Gemeinderat präsentiert hatte, der den Plänen auch zugestimmt hat. Dieser Beschluss hinter verschlossenen Türen hatte im Ortschaftsrat Kleinkems jüngst Kritik ausgelöst.

Anlage ist auf 20 Jahre angelegt

Am Montag wurde nun Transparenz hergestellt. Hintergrund, so Bürgermeister Schmid, sei die prekäre Knappheit an Deponiekapazitäten für Erdaushub im Kreis, die das Entsorgen von Erde immer teurer werden lasse. Das Unternehmen in Kleinkems sei bei der Aufbereitung von Mutterboden Marktführer. Dafür nutze es die Flüssigbodentechnologie, präzisierte Diemer, die dem Erdaushub nach der Untersuchung auf geogene, also natürlich vorkommende, Schadstoffe und Siebung ein tonhaltiges Gemisch, Zement und schließlich Wasser zusetze. So könne die Erde, die von Baustellen, nicht aber aus dem Abbruch belasteter Industrieanlagen komme, in Betonmischer gefüllt und wieder verwendet werden.

Alle immissionsrechtlichen Gutachten lägen vor. Erde, die nicht wieder verwendet werde, werde vor Ort für die Renaturierung früherer Kalkabbaubereiche genutzt. Die Auffüllkapazität betrage 345.800 Kubikmeter. Damit sei die Anlage mit Lkw-Waage, Sieb, Brecher, überdachten Zwischenlagern, Förderband und Reifenwaschanlage auf 20 Jahren angelegt, so Diemer.