In steter Sorge um das Trinkwasser

Gerd Leutenecker

Von Gerd Leutenecker

Mi, 15. September 2021

Rickenbach

Verein für den Erhalt des Abhaus und des Haselbachtals kümmert sich um Umweltfragen / Erinnerung an Ende der Kraftwerkspläne.

. Vom einstmals geplanten Pumpspeicherkraftwerk Atdorf ist die EnBW im Oktober 2017 abgerückt und hat das Projekt vollständig aufgegeben. Aber weiterhin gibt es die Bürgerinitiative (BI) Atdorf. Als Verein für den Erhalt des Abhaus und des Haselbachtals organisiert, fand die Hauptversammlung in Rickenbach statt. Verstärkt als Umweltverband und als Träger des Bildungsprojektes "Wälderakademie" tritt der Verein in der Region weiterhin auf.

Seit 2018 erhebt der Verein keine Mitgliedsbeiträge mehr. Im Kassenbestand ist ein beträchtlicher Betrag aus Spenden verblieben. Eine Auflösung des Vereins stand nicht im Raum. Die Bürgerinitiative Atdorf hatte sich im Scopingverfahren zur Planung der A 98, Teilabschnitt 6, eingebracht, wie der wiedergewählte Vorsitzende Heinz-Michael Peter in seinem Rechenschaftsbericht berichtete. Bereits 2018 ist die Wälderakademie gegründet worden, die vornehmlich die Trinkwasserversorgung, Quellenzustand und den Erhalt der Umwelt in den Mittelpunkt rückt. Als zukünftiges Bildungsprojekt soll für eine stärkere Sensibilisierung im Umgang mit der regionalen und lokalen Natur geworben werden. Gleichzeitig, und das war bereits bei der Hauptversammlung 2019 angemahnt worden, sollen Wirkanalysen über die erfolgten Probebohrungen für das einstige geplante Pumpspeicherwerk in Erfahrung gebracht werden. "Ja, da sind wir dran", sicherte Peter den 17 anwesenden Mitgliedern zu. Der Abhau als Quellberg bleibt ein Augenmerk vom Verein.

Im Hinblick auf den Rückzug vom Projekt durch die EnBW im Oktober 2017 strebt der Verein an, einen Gedenkstein aufzustellen. Geplant ist die Errichtung in den kommenden Wochen, aber spätestens pünktlich zum Tag der Projektendeverkündigung am 11. Oktober auf einem Privatgrundstück eines Mitglieds, inmitten des einstmals geplanten Oberbeckens. Als Erinnerung und im Stil eines Grabsteines sollen Wanderer auf das gescheiterte Projekt aufmerksam gemacht werden. "Und wir überlegen, auch im Haselbachtal was zu machen", deutete Peter an. Da geht der Verein aber davon aus, dass die komplette Fläche weiterhin im Eigentum der Schluchseewerk AG ist. Wobei deren Muttergesellschaften RWE und EnBW letztendlich den Stab über dem geplanten Pumpspeicherkraftwerk Atdorf gebrochen hatten.

Oliver Haury deutete die Ziele der Wälderakademie an. Eine Neukonzeption des 7-Moore-Weges in Herrischried steht im Raum. Weitere energiepolitische Vorträge sollen organisiert werden sowie die Beteiligung an landschaftspflegerischen Arbeiten durch den Verein erfolgen, was an der Hännermer Wühre erfolgte.

Haury kandidierte als neuer Schriftführer des Vereins und wurde gewählt. Da musste der Verein seiner ausgeklügelten Satzung wegen sogar auf eine komplette Neuwahl setzen. Peter wurde für drei Jahre wiedergewählt, Stellvertreterin Inge Böttinger für zwei Jahre und der neue Kassierer Gottlieb Burkhart ebenso für zwei Jahre, Götz Hinze, Karl Knecht, Jürgen Briezel und Alfred Bachmann sind die Beisitzer, Walter Schmidt und Hans-Peter Karrer die Kassenprüfer.

Die Bürgerinitiative Atdorf ist im Verein "Lebendige Natur – Verein für den Erhalt des Abhaus und des Halsebachtals e.V." eingebettet. Vorsitzender ist Heinz-Michael Peter. Kontakt über [email protected]