Drohender Felssturz

In Todtnau-Geschwend herrscht die Angst vor der Steinlawine

Frank Zimmermann

Von Frank Zimmermann

Sa, 16. November 2019 um 10:44 Uhr

Südwest

BZ-Plus Ausnahmezustand in Geschwend: Tonnenschwere Felsbrocken sind locker und drohen auf Wohnhäuser zu stürzen. Ihre Bewohner dürfen sie seit Wochen nicht betreten. Wie gehen sie damit um?

Hinter der Glasscheibe des Informationskastens neben dem Eingang der Kirche St. Wendelin und St. Gallis lächelt Papst Franziskus auf einer Broschüre; ansonsten gibt es keine Aushänge mit Gottesdienstzeiten oder sonstigen aktuellen Terminen. Auf einem Blatt Papier im Schaukasten steht: "Die Kirche bleibt bis auf Weiteres wegen möglicher Felsabsturzgefahr geschlossen. Wir bitten um ihr Verständnis."

Clemens Ruch steht mit seinem Kollegen Johannes Wiedenmann vor dem dunklen Gotteshaus im Todtnauer Ortsteil Geschwend. Drinnen ist alles dunkel, die Kirche ist zu. Es dämmert schon am Nachmittag, die nasse Kälte nimmt rasch zu. Hinter den beiden Geologen des Landesamtes für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) ragt im Halbdunkel die "Geschwender Halde" mit dem Rabenfelsen empor. Das Bergmassiv bereitet den rund 400 Bewohnern des Ortsteils seit Monaten Sorgen. Im März krachte ein 5,5 Tonnen schwerer Felsbrocken aus 800 Metern Höhe beinahe auf ein Haus am Fuße des Berges.
Rückblick: Riesen-Felsbrocken donnert in Garageneinfahrt in Todtnau-Geschwend
Dennoch waren sie überrascht, als Todtnaus Bürgermeister Andreas Wießner sieben Monate später, am 23. Oktober, 15 Häuser evakuieren ließ. Unmittelbar zuvor hatten ihm die Experten des LGRB die gefährliche Situation für die Anwohner der Gisibodenstraße erklärt. Der Rathauschef klingelte persönlich an den Türen der Bewohner, um ihnen die Hiobsbotschaft mitzuteilen: ...

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