Modellprojekt

In Tübingen muss die Außengastronomie wieder schließen

dpa, bz

Von dpa & BZ-Redaktion

Mi, 07. April 2021 um 08:30 Uhr

Südwest

Das Tübinger Corona-Modellprojekt darf trotz steigender Infektionszahlen vorerst weitergehen, wird aber angepasst. Die Außengastronomie wird wieder geschlossen und die Testpflicht ausgeweitet.

Auf eine Fortführung des Tübinger Corona-Modellprojekts "Öffnen mit Sicherheit" haben sich das Gesundheitsministerium, das Landesgesundheitsamt sowie die Stadt Tübingen und das örtliche Gesundheitsamt bei einem Gespräch am Dienstag geeinigt. Das teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Stuttgart mit. Wenn sich der Anstieg der Fallzahlen in Tübingen trotz der nun vorgesehenen Maßnahmen wieder fortsetze und das Infektionsgeschehen zu- statt abnehmen sollte, müsse weiter gegengesteuert oder im Zweifel doch eine Unterbrechung des Projekts erfolgen, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne).

Zu den vereinbarten Maßnahmen gehört, dass die Außengastronomie in Tübingen schließen muss. Zudem gibt es keine Tagestickets für Auswärtige mehr. Für Kitas und die Notbetreuung an Schulen in Tübingen werden zudem zwei wöchentliche Schnelltests für Kinder verpflichtend. Für alle Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern gilt ab kommenden Montag eine Testpflicht. Die Mitarbeiter der Betriebe müssen künftig zweimal wöchentlich einen Schnelltest machen. Die Tests können demnach bei der Stadt erworben werden. Zudem wird die Zone für das Alkoholverbot ausgeweitet.
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Man werde das Projekt weiter eng begleiten und die Stadt unterstützen, sagte Minister Lucha. "Klar ist aber auch weiterhin, dass das Modellprojekt derzeit gefährdet ist." Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) teilte zu der Entscheidung mit, man werde mehr testen und mehr kontrollieren, damit der Einzelhandel und die Kultur in Tübingen weiterhin geöffnet bleiben könne, ohne dass die Stadt überfüllt sei.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Tübingen war zuletzt stark gestiegen und betrug am Dienstag nach Angaben des Gesundheitsministeriums 73,2 und im Landkreis 99,3. Am Vortag hatten die Werte noch bei 82,0 in Tübingen und bei 108,9 im Kreis gelegen.

Bei dem Tübingen Modellprojekt können die Menschen an neun Teststationen kostenlose Tests machen, das Ergebnis wird bescheinigt. Damit kann man in Läden, zum Friseur oder auch in Theater und Museen. Das Modellprojekt wurde zuletzt bis zum 18. April verlängert.

Dem Tübinger Vorbild wollten zahlreiche Kommunen, Regionen und ganze Landkreise in Baden-Württemberg nacheifern. Der Ortenaukreis und die Region Hochschwarzwald hatten sich als Modellprojekt beworben. Doch dem Ansinnen hatte Minister Lucha kurz vor Ostern eine Absage erteilt. Wegen der aktuell hohen Inzidenz werde es vorerst keine weiteren Modellprojekte geben.

Das Saarland hatte am Dienstag für alle Saarländer die Außengastronomie, Fitnessstudios Theater und Kinos wieder geöffnet – Zugangsvoraussetzung ist ein negativer Corona-Test. Das Saarland ist damit das einzige Bundesland, das bislang einen so flächendeckenden Öffnungsschritt wagt – mitten in der dritten Pandemie-Welle.