Kirche

Ist die Freiburger Bischofswahl zur Farce verkommen?

Gerhard Kiefer

Von Gerhard Kiefer

Mi, 18. Juni 2014 um 07:20 Uhr

Südwest

Machtspiele, Intrigen, Intransparenz: Der Vatikan hat das Freiburger Domkapitel erneut übergangen. Auf der Liste für die Wahl zum Erzbischof stand nicht ein einziger Vorschlag des Domkapitels. "Wir sind Kirche" spricht von einem Skandal.

Robert Zollitsch fehlt. Ausgerechnet der bisherige Erzbischof ist nicht da, als am 30. Mai Gläubige, Marktbesucher, Touristen und Schaulustige gegen zwölf Uhr zur Vorstellung seines Nachfolgers ins im Nu überfüllte Freiburger Münster drängen. Auch Michael Gerber, der junge Weihbischof, ist nicht da. Vorne ist auch Fridolin Keck nicht zu sehen, der geschäftsführende Generalvikar. Und auch nicht Andreas Möhrle, als Domdekan der Vizevorsitzende des Domkapitels, das neun Tage zuvor Stephan Burger zum Erzbischof gewählt hat.

Interaktive Grafik: So wird der Freiburger Erzbischof gewählt


Gewiss, zeitgleich läuft in Regensburg der Katholikentag. Aber reicht das, um zu erklären, weshalb nur Weihbischof Bernd Uhl und die Domkapitulare Peter Birkhofer, Peter Kohl und Axel Mehlmann Stephan Burger in ihre Mitte nehmen, ihren bisherigen Kollegen und künftigen Chef? Nicht einmal das halbe Domkapitel flankiert den neuen Freiburger Oberhirten in dieser aus der Nähe seltsam angespannt wirkenden Szene. Während aus tausend Kehlen "Großer Gott, wir loben Dich" durch das Münster hallt, machen sich die ersten Insider bereits Gedanken.

Keiner geht davon aus, dass sich die fehlende Prominenz vom Menschen Stephan Burger distanziert, dem bisherigen Offizial und nunmehr Erzbischof der knapp zwei Millionen Katholiken zwischen Main und Rhein, von Sigmaringen bis Breisach. Doch ...

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