Medizinmythen

Ist Fingerknacken gefährlich für die Gelenke?

Dennis Wolf

Von Dennis Wolf

Mo, 21. Dezember 2020 um 11:12 Uhr

Gesundheit & Ernährung

Das laute Überdehnen und Zusammendrücken der Finger könne, so die Sorge, die Gelenke schädigen, so dass im Alter Arthritis drohe, eine schmerzhafte Entzündung der Fingergelenke. Stimmt das?

Die Ängste sind unberechtigt: Eine Arthritis, die durch Fingerknacken verursacht wird, ist in der Fachwelt unbekannt.

Bereits 1990 veröffentlichten zudem die Fachzeitschrift Annals of the rheumatic diseases eine Untersuchung, in der der Zustand der Gelenke von 74 Fingerknackern mit dem von 226 Personen ohne die Gewohnheit verglichen wurde.

Das Ergebnis: Menschen, die gerne mit ihren Fingergelenken herumspielten, litten nicht häufiger an einer Arthritis im Handbereich als Menschen ohne das Hobby. Der Grund: Es geht eigentlich nichts kaputt. Denn durch das Zusammendrücken der Fingergelenke wird beim Knackversuch der Innenraum des Gelenkes nur gedehnt und vergrößert. Dies verringert den Innendruck im Gelenk und saugt die Bänder, die das Gelenk normalerweise straff umfassen, regelrecht in den Gelenkraum hinein.

Durch den Druckabfall löst sich schlagartig Gas aus der Gelenkflüssigkeit und bildet eine Gasblase. Dies erzeugt das Knacken im Gelenk. Wer genau hinhört, wird auch einen zweiten Laut bemerken, der beim Zurückschnallen der Gelenksbänder entsteht. Erst nach einiger Zeit ist das Gas im Gelenk wieder in der Flüssigkeit gelöst. Dies ist der Grund, weswegen das Fingerknacken erst nach einiger Zeit wieder funktioniert.