Corona-Impfung

Jedem sollte klar sein, auf welchem Weg das Risiko zu sterben größer ist

Alois Niecholat

Von Alois Niecholat (Friesenheim)

Di, 04. Mai 2021

Leserbriefe

Zu: "Impfstoff, zu dem man keine Langzeitstudien hat", Zuschrift von Inge Sibold (Forum, 20. April)

Im Verlauf der Meinungsäußerung der Leserin stellt sich heraus, dass sie sich wohl ausgiebig bei Impfgegnern und Querdenkern informiert hat. Der Schreiberin wäre anzuraten, sich einmal mit wirklich fundiert aufgearbeiteten Veröffentlichungen auseinanderzusetzen.

Ihre Sinnfrage, Menschen im zeugungsfähigen Alter mit einem Impfstoff zu impfen, zu dem man keine Langzeitstudien habe, gibt mir in zweifacher Hinsicht zu denken. Zum einen impliziert diese Frage, dass es dann im Rahmen einer Studie Menschen geben muss, die sich dieser Gefahr von "irgendwelchen Schäden", so die Schreiberin, aussetzen sollen, damit sie sich gemütlich zurücklehnen kann, um sich irgendwann vielleicht einmal, wenn eine solche Studie zu ihrer Zufriedenheit abgeschlossen ist, impfen zu lassen. Zum anderen halte ich ihren Hinweis, dass es genügen würde, Risikogruppen zu impfen, weil die ja das Risiko tragen würden, um Menschen wie die Leserbriefschreiberin vor einer Covid-19-Erkrankung zu schützen. Also auch in diesem Punkt sollen andere das Risiko auf sich nehmen, damit die Schreiberin in Ruhe ihr Leben genießen kann.

Seriösen Veröffentlichungen kann man entnehmen, dass zwischenzeitlich nicht nur die älteren Menschen zu einer Risikogruppe gehören. Auch Menschen, die mitten im Berufsleben stehen, beziehungsweise standen, haben sich mit Covid-19 infiziert und sind gestorben. Zwischenzeitlich gibt es auch schon Kinder, die sich nach einer schwach ausgeprägten Covid-19-Erkrankung mit erheblichen Langzeitnebenwirkungen auseinandersetzen müssen. Wohlgemerkt, nicht wegen einer Impfung, sondern wegen einer Covid-19-Erkrankung. Wenn man dann am Ende einer Diskussion die Zahlen derjenigen, die an oder mit einer Covid-19-Erkrankung verstorben sind, mit denjenigen vergleicht, die durch die Impfung ihr Leben lassen mussten, sollte jedem klar sein, auf welchem Weg das Risiko größer ist. Alois Niecholat, Friesenheim