Gesicht der Woche

Jens Großkreuz organisiert die "Clean-Up-Days"

Dominik Bloedner

Von Dominik Bloedner

So, 18. Juli 2021 um 13:32 Uhr

Südwest

Viele Menschen haben seit Beginn der Pandemie den Schwarzwald für sich neu entdeckt. Die Folge: Mehr Müll im Wald. Deshalb hat Jens Großkreuz die "Clean-Up-Days" organisiert.

Da sind achtlos zurückgelassene Windeln auf Wanderparkplätzen, unzählige Papiertaschentücher, die nach verrichteter Notdurft mitten auf den Wanderwegen liegen bleiben, da sind Zigarettenkippen, sonstiger Müll und nicht zuletzt die Hinterlassenschaften von Wildcampern. "Der Schwarzwald hat gelitten", sagt Jens Großkreuz. "Während der Corona-Krise hat es viele Menschen mangels Alternativen in die Natur gezogen, die das zuvor nicht gemacht hatten."

"Während der Corona-Krise hat es viele Menschen mangels Alternativen in die Natur gezogen, die das zuvor nicht gemacht hatten." Jens Großkreuz

Die Folge: Mehr Müll im Wald. Der 34-Jährige, der in Höchenschwand aufwuchs und in Freiburg studierte und ein Pressevolontariat machte, ist bei der Schwarzwald Tourismus GmbH (STG) für Kommunikation, Marketing und Social Media zuständig – und organisiert nun in Kooperation mit dem Freiburger Start-up "Limonate" und der Allgäuer Initiative "Patron – Plasticfree Peaks" die sogenannten "Clean-Up-Days".

Diese beginnen an diesem Montag und dauern bis einschließlich Sonntag. Nun ist es nicht neu, dass engagierte Menschen in ihren Heimatorten die Wanderwege pflegen und auch regelmäßig zu gemeinsamen Müllsammelaktionen aufrufen. Auch Jens Großkreuz nimmt so manchen Unrat, sofern dieser nicht zu eklig ist, mit, wenn er etwa am Notschrei, Belchen, in Kandern oder auf dem Markgräfler Wiiwegli unterwegs ist.

Insgesamt 44 Ausgabestellen

Neu an den "Clean-Up-Days" ist, dass erstmals über die gesamte gut 11 000 Quadratmeter große Ferienregion Schwarzwald zeitgleich eine solche Aktion stattfindet. Es gibt von Schönau bis nach Öschelbronn im Nordschwarzwald insgesamt 44 Ausgabestellen für einen Kit mit einer Müllzange und Müllsack, an knapp 50 Stellen kann der eingesammelte Müll wieder abgegeben werden.

Eine interaktive Karte im Internet verrät, wo diese sind, Interessierte brauchen hierfür keine extra Anmeldung. Die STG orientiert sich mit dieser Aktion, die vom Land Baden-Württemberg gefördert wird, an ihren Kolleginnen und Kollegen aus dem Allgäu – dort finden "Clean-Up-Days" schon länger statt. Jens Großkreuz, der Waldaufräumer, hofft auf rege Beteiligung. Und natürlich auf gutes Wanderwetter. "Die Aktion soll ja auch Spaß machen."
Infos im Internet unter www.cleanup-schwarzwald.info