Nominierung

Jonas Hoffmann soll für die SPD im Kreis Lörrach in den Landtag ziehen

Paul Eischet

Von Paul Eischet

So, 11. Oktober 2020 um 12:21 Uhr

Kreis Lörrach

Jonas Hoffmann und Hannah Bernbach sind als Erstkandidat und Zweitkandidatin der SPD im Wahlkreis Lörrach nominiert. Beide wurden mit großer Mehrheit gewählt. Am Ende gab es eine Überraschung.

Am Freitag traf sich der SPD-Kreisverband im Bürgerhaus Gresgen zur Nominierungsversammlung. "Wir sind hier, um Nachfolger für Rainer Stickelberger zu wählen", sagte Kreisvorsitzender Paul Waßmer. "Er war 20 Jahre die Stimme unserer Region in Stuttgart, fünf davon sogar als Minister." Mit Blick nach vorn erwähnte Waßmer die großen parteipolitischen Herausforderungen, vor denen die SPD und die Gesellschaft stehen, darunter die Corona-Pandemie, den Klimawandel, den Wohnungsnotstand im Landkreis und den schlechten Zustand des Waldes. "Heute werden wir bestimmen, wer dafür als Stimme unseres Landkreises an vorderster Front kämpfen wird."

Digitales, Kinder und sozial-ökologische Werte

Als Erstbewerber für das Landtagsmandat stellte sich Jonas Hoffmann den Anwesenden vor. Geboren 1985 in Lörrach, ging er nach einer Ausbildung als Fachinformatiker 2010 als Entwicklungshelfer nach Afghanistan. Nach seiner Rückkehr studierte er Wirtschaftsinformatik und arbeitet derzeit als IT-Serviceleiter in einem großen medizinischen Verlag in Basel. Hoffmann ist seit 2013 verheiratet. 2016 trat er in die SPD ein. "Ich hatte das Bedürfnis, mich für die Demokratie und für diese Partei einzusetzen." Bereits 2017 wurde er als Bundestagskandidat nominiert und ein Jahr später in den Landesvorstand gewählt.

Für seinen bevorstehenden Wahlkampf offenbarte er drei Themenschwerpunkte: das digitale Leben, die Zukunft der Kinder und sozial-ökologische Werte. "Dafür lohnt es für mich zu kämpfen", sagte Hoffmann. "Dafür möchte ich streiten. Und ich möchte mehr Empathie wagen, denn das ist der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält."

Aus tiefster Überzeugung Sozialdemokratin

Nach lobenden Fürsprachen von Erwin Vollmer (Vorsitzender SPD-Stützpunkt Zell-Gresgen), Fritz Kaspar von den Jusos, dem Kürnberger Ortsvorsteher Peter Ulrich und der Kreisrätin Marion Caspers-Merk erhielt Jonas Hoffman von den 64 Stimmberechtigten 62 Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen.

Zweitkandidatin Hannah Bernbach (30) ist verheiratet und Mutter von drei Kindern. Geboren in Schopfheim wohnt sie heute mit ihrer Familie in Rheinfelden-Eichsel. Nach dem Abitur machte sie eine Lehre als Chemielaborantin und arbeitet heute als Tagesmutter. "Die sozialdemokratischen Werte haben mir meine Eltern, hauptsächlich aber meine Oma verinnerlicht. Sie war lange Stadträtin in Schopfheim. Von ihr habe ich ein Gespür dafür bekommen, was es heißt, sich für Menschen stark zu machen." Seit zehn Jahren ist Bernbach Mitglied der SPD. 2019 wurde sie zur Stellvertretenden Kreisvorsitzenden gewählt. "Ich stehe hier und bewerbe mich für die Kandidatur, weil ich aus tiefster Überzeugung Sozialdemokratin bin. Mein Herz schlägt für Chancengleichheit, soziale Gerechtigkeit und für Solidarität." Ihre zutiefst menschlichen und persönlichen Ausführungen vermochten die Parteigenossen zu überzeugen: Mit 62 Ja- und zwei Nein-Stimmen votierten die Anwesenden für Hannah Bernbach als Landtagszweitkandidatin.

Stickelberger übergibt den Stab

Mit einer kurzen Rede übergab Rainer Stickelberger den parteipolitischen Staffelstab an seine frisch gewählten Nachfolger. Es gelte zu verhindern, dass unsere Gesellschaft gespalten werde – insbesondere von rechten Kräften, mahnte er. "Dafür steht ihr in hervorragender Weise. Ihr seid ein gutes Team, und ihr werdet diesen Wahlkreis gut vertreten. Kämpft für unsere SPD. Ihr habt große Aufgaben vor euch, und ihr werdet sie meistern", ermunterte er die Kandidaten.

Mit seinen Schlussworten sorgte Jonas Hoffmann dann noch für eine Überraschung: "Es wird für uns sehr herausfordernd, aber für mich kommt im nächsten Jahr noch eine Herausforderung hinzu: Ich werde Vater."