Jubiläum ganz groß oder eher dezent?

Volker Münch

Von Volker Münch

Di, 11. Oktober 2022

Müllheim

Niederweiler Ortschaftsrat macht sich Gedanken zur 1250-Jahr-Feier 2024 / Engagement der Vereine soll nun abgefragt werden.

. Das Dorfjubiläum von Niederweiler wirft bereits seine Schatten voraus: Im Jahr 2024 blicken die Einwohner von Niederweiler auf die erste urkundliche Erwähnung ihres Ortes vor 1250 Jahren. Der Ortschaftsrat hat sich erstmals in öffentlicher Sitzung mit dem Jubiläum beschäftigt. Jetzt sollen Vereine und Einwohner an den Vorbereitungen beteiligt werden.

Es war schon etwas überraschend, dass kein einziger Zuhörer bei diesem Tagesordnungspunkt in der Römerberghalle zugegen war. Für Ortsvorsteher Friedrich Schneider sollte die erste Debatte in der Ratssitzung die Organisation der Jubiläumsevents anstoßen. "Es geht uns um erste Ideen", betonte Schneider. Noch Mitte Oktober wolle man erste Gespräche mit der Vereinsgemeinschaft führen und auch Anregungen erhalten. "Es geht darum, ob wir unser Dorfjubiläum ganz groß oder eher dezent feiern wollen", sagte Schneider. Für ihn muss es aber ein Ereignis werden, von dem man auch noch nach Jahren sprechen wird.

Als Aktion gesetzt ist die Erarbeitung einer Festschrift und die Organisation eines Festaktes. Niederweiler ist in Sachen Dorfjubiläum nicht alleine. Bereits nächstes Jahr wird der Ortsteil Britzingen ebenfalls ein Jubiläum anlässlich der ersten urkundlichen Erwähnung vor 1250 Jahren feiern. Da sind die Vorbereitungen schon deutlich fortgeschritten. "In Britzingen ist geplant, dass jeder Verein einen Beitrag zu einem Jubiläumsabend beisteuert. Das wird dann wie ein Dorfabend sein", berichtete Ortschaftsrätin Christine Mack.

Die Niederweiler Ortsverwaltung und der Ortschaftsrat sollen rechtzeitig mit den Vereinen sprechen, empfahlen die Ratsmitglieder Dieter Grether und Michael Sehringer. "Wir sollten das ganze Dorf bei der Ausrichtung des Jubiläums mitnehmen", ergänzte Sehringer.

Ortsvorsteher Schneider erinnerte sich an frühere Festaktivitäten. Damals gab es einen Dorfflohmarkt und ein Fahrradwettbewerb besonders für die jungen Niederweiler Einwohner. Ganz einfach könnte die Ausrichtung des Jubiläums nicht werden, schließlich gibt es laut Ortschaftsrat Jürgen Hauke zu jenem Zeitpunkt mit der Sanierung der Lindenstraße eine große Baustelle.

Auf die Frage, mit welchen Finanzmitteln zu rechnen ist, berichtete der Ortsvorsteher, für das Jubiläum in Britzingen stünden 18 000 Euro zur Verfügung. Ratskollege Emmanuel Lomartire schlug vor, eine Jubiläumsfeier eventuell mit dem Klemmbachfest zu kombinieren. Als konkrete Ideen nannte Schneider die Aufführung eines kleinen Theaterstücks und ein Turnier auf dem Sportplatz. Mit Blick auf die Vereine stellte der Ortsvorsteher fest, es bestehe immer noch eine "Corona-Lähmung". Deshalb hofft er, die Vereine würden wieder in Schwung kommen und den Ortschaftsrat bei der Ausgestaltung des Dorfjubiläums tatkräftig unterstützen.

Am Ende dieses ersten Aufschlags in Sachen Dorfjubiläum kristallisierte sich heraus, man wolle "keine ganz große Nummer" initiieren und nun erst einmal mit den Vereinen sprechen. Dabei soll geklärt werden, was die Vereine bereit sind, zu Jubiläumsveranstaltungen beizutragen. Ins Gespräch gebracht wurde auch eine Schmalfilmsammlung. Die Filme, die von einem Bürger in Niederweiler aufgenommen wurden, zeigen Aufnahmen von markanten Ereignissen im Dorf. Sie könnten digitalisiert und zusammengeschnitten werden, lautete eine Idee aus der Mitte des Ortschaftsrates.

Für Ortsvorsteher Schneider ist es wichtig, nicht nur den Blick zurück in die Geschichte des Dorfes zu werfen, sondern auch eine Vorschau in die Zukunft des Ortsteils zu riskieren. Ferner rief er die Menschen in Niederweiler auf, Vorschläge für einen Jubiläumsslogan bei der Ortsverwaltung einzureichen. "Natürlich nur, falls die Muse jemanden küsst", erklärte Schneider mit einem Augenzwinkern.