Kreis Breisgau-Hochschwarzwald

Jugendhilfeausschuss will Förderrichtlinien für Schulsozialarbeit verbessern

Kathrin Blum

Von Kathrin Blum

Fr, 29. November 2019 um 15:40 Uhr

Kreis Breisgau-Hochschwarzwald

60 Sozialarbeiter, 37 Vollzeitstellen im Kreis: Der Jugendhilfeausschuss beschließt die Überarbeitung der Förderrichtlinien, um die Qualität zu verbessern und Anträge zu vereinfachen.

60 Sozialarbeiter, die rund 37 Vollzeitstellen ausfüllen, arbeiten derzeit in Schulen im Landkreis. Um die Qualität zu verbessern und Abläufe zu vereinfachen, beschloss der Jugendhilfeausschuss in seiner jüngsten Sitzung, die entsprechenden Förderrichtlinien zu überarbeiten.

Die Änderungen betreffen drei Punkte: Erstens wird das Antragsdatum für das folgende Schuljahr vom 31. Juli auf den 31. Mai vorgezogen. Zweitens soll das Bewilligungsverfahren vereinfacht werden. Und drittens soll der Schulträger beziehungsweise die Schule mit dem Träger der Schulsozialarbeit einen verbindlichen Kooperationsvertrag abschließen. Darin festgeschrieben ist beispielsweise, dass die Voraussetzung für eine Förderung sogenannte Auswertungsgespräche darstellen, die alle zwei Jahre geführt werden. Festgelegt werden sollen in diesem Vertrag zudem Ziele, Leistungen und Rahmenbedingungen.

Bedarf an Schulsozialarbeit soll wachsen

Zuletzt wurde die Schulsozialarbeit vor allem an Grundschulen ausgebaut. Die Kreisverwaltung geht davon aus, dass der Bedarf im Kreis weiter wächst, "allerdings nicht mehr in demselben Umfang wie bisher".

Zum Thema Schulsozialarbeit hatten die Ausschussmitglieder einige Fragen. Fränzi Kleeb (CDU) wollte wissen, ob Grenzen definiert sind, wie viel Schulsozialarbeit in Anspruch genommen werden darf oder soll. Jugendamtsleiter Knut Schneider erklärte, dass es keinen Schlüssel gebe, der überall funktioniere. "Dafür sind die Schulen zu heterogen." Entschieden werde im Einzelfall und abhängig von Schulart und Größe. Silke Eisfeld (Grüne) regte an, die Auswertungsgespräche nicht im Zweijahresturnus zu führen, sondern jedes Jahr. Sozialdezernent Thorsten Culmsee erklärte, dass dafür die Kapazität fehle, es aber auch darüber hinaus die Möglichkeit zum Austausch gebe und Landratsamtsmitarbeiter bei Bedarf "vor Ort" kämen.

Ausbau der Sozialarbeit an Grundschulen war zuletzt ein Schwerpunkt

Rolf Seifert (LISB) begrüßte ausdrücklich, dass Land und Landkreis die Schulsozialarbeit fördern. "Das ist ein wichtiges und großes Aufgabenfeld." Der Kreisrat bedankte sich ausdrücklich bei allen Sozialarbeiten und äußerte sein Bedauern darüber, dass Menschen, die sich beruflich um Menschen kümmern, viel schlechter bezahlt werden als beispielsweise Menschen, die sich von Berufs wegen um Geld kümmern.

Weiteren Bedarf an Schulsozialarbeit sieht Bruno Zimmermann (SPD). "Vom Albert-Schweitzer-Gymnasium bekomme ich rückgemeldet, dass die halbe Stelle nicht ausreicht."

Franz-Josef Winterhalter (Freie Wähler) fragte mit Blick auf die Entwicklung der vergangenen Jahre, warum der Bedarf an Grundschulen so deutlich zugenommen hat. Schneider antwortete, dass der Ausbau der Sozialarbeit an Grundschulen zuletzt ein Schwerpunkt war und es da Nachholbedarf gegeben habe. Zudem seien auch die Schülerzahlen gestiegen.

Rudolf Gwinner (FDP) drückte sein Unverständnis darüber aus, weshalb an Gymnasien Schulsozialarbeiter gebraucht werden. Und er warf die Frage auf, inwiefern die Qualität der Schulsozialarbeit überprüft würde. Jugendamtsleiter Schneider informierte, dass die Schulsozialarbeiter nicht beim Landratsamt, sondern verschiedenen freien Trägern angestellt seien, und die Kreisverwaltung ihnen gegenüber deshalb kein Weisungsrecht hätte.