Kreis Emmendingen

Jugendlicher bei Brand in Rheinhausen-Oberhausen schwer verletzt

Martin Wendel

Von Martin Wendel

Mo, 15. Februar 2021 um 12:00 Uhr

Rheinhausen

Eine Verpuffung mit anschließendem Brand in Rheinhausen-Oberhausen hat am Sonntagabend für einen Einsatz der Rettungskräfte gesorgt. Ein 15-Jähriger wurde schwer verletzt.

Der Gebäudebrand in der Oberhausener Ortsmitte forderte in der Nacht zum Montag die Feuerwehren aus Rheinhausen, Herbolzheim und Kenzingen. Ausgelöst wurde der Brand offenbar von einem Gasheizstrahler. Ein Ökonomiegebäude und das angrenzende Wohnhaus wurden zerstört. Die Feuerwehr konnte verhindern, dass die Flammen auf benachbarten Gebäude übergreifen. Der 15-jährige Sohn der Familie erlitt schwere Brandverletzungen.

Von einem Verletzten wussten die Einsatzkräfte zunächst gar nichts

Dass bei dem Brand jemand verletzt wurde, war für Feuerwehr und Polizei zunächst überhaupt nicht erkennbar. Als die Einsatzkräfte am Brandort eintrafen, befand sich laut Feuerwehrkommandant Thorsten Heckel niemand im Gebäude; auch die Nachbarn gingen davon aus, dass die Familie nicht da sei. Tatsächlich waren die Hausbewohner zu diesem Zeitpunkt auch nicht mehr vor Ort. Der Grund dafür wurde Heckel zufolge aber erst im Lauf des Einsatzes klar.

Verpuffung in provisorischem Bad löst Feuer aus

Begonnen hatte das Unglück nach bisherigen Erkenntnissen von Polizei und Feuerwehr damit, dass der 15-Jährige gegen 21 Uhr im provisorisch eingerichteten Bad im Ökonomieanbau duschen wollte. Als Heizung kam dort offenbar ein Gasheizstrahler zum Einsatz, denn das Haus besitze keine Heizung. Dabei ereignete sich offenbar eine Verpuffung. Die Eltern fuhren mit ihrem schwer verletzten Jungen ins Krankenhaus nach Emmendingen. Der Heizstrahler geriet dabei wohl außer Acht. Laut Polizei erlitt der Junge Verbrennungen zweiten und dritten Grades und wurde mit dem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik nach Tübingen verlegt. Lebensgefahr bestehe nach vorliegenden Informationen nicht.

70 Helfer und zwei Drehleitern im Einsatz

Bei der Polizei ging der Notruf laut Pressesprecher Michael Schorr um 21.10 Uhr ein. Gemeldet wurde ein Gebäudebrand. Als die Feuerwehr vor Ort eintraf, stand das Ökonomiegebäude bereits voll in Flammen, berichtet Kommandant Thorsten Heckel. Das Feuer griff auch auf den Dachstuhl des direkt angebauten Wohnhauses über. Verstärkung bekam die Feuerwehr Rheinhausen aus den Nachbarstädten. Herbolzheims Wehr rückte mit Drehleiter und zwei Löschfahrzeugen an, die Kenzinger waren mit der Drehleiter vor Ort. Die laut Einsatzleiter Heckel rund 70 Einsatzkräfte schafften es mit vereinten Kräften und Riegelstellungen, ein Übergreifen der Flammen auf weitere Nachbargebäude zu verhindern. Auch die Gasflasche des Heizstrahlers konnte in Sicherheit gebracht werden.

Frost behindert die Arbeit der Feuerwehrleute

Die frostigen Temperaturen erschwerten die Arbeit der Feuerwehren enorm. "Teilweise froren die Schläuche ein und wir mussten früh mit Streusalz arbeiten", berichtet Heckel. "Ein anstrengender Einsatz für Personal und Material." Vor Ort waren auch der Rettungsdienst, Bürgermeister Jürgen Louis, Kreisbrandmeister Christian Leiberich, sein Stellvertreter Karl Weiß sowie Bezirksbrandmeister Adrian Wibel. Wegen etlicher Nachlöscharbeiten konnte die Feuerwehr Rheinhausen erst am Morgen wieder einrücken.

Kriminalpolizei hat Ermittlungen aufgenommen

Das Wohnhaus ist unbewohnbar, die Familie kam nach Auskunft der Feuerwehr bei Verwandten unter. Die Polizei sperrte den Brandort, die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen. Der Gebäudeschaden wird laut Polizeisprecher Schorr nach ersten Schätzungen auf rund 150 000 Euro beziffert. Zur genauen Brandursache könne man aktuell noch nichts sagen. Ein Sachverständiger werde den Brandort begutachten.