Jupa: Mehr Flüchtlinge aufnehmen

Horatio Gollin

Von Horatio Gollin

Fr, 20. November 2020

Grenzach-Wyhlen

Jugendparlament macht sich für Beitritt Grenzach-Wyhlens zum Bündnis Gemeinden Sicherer Hafen stark.

. Das Jugendparlament fordert den Gemeinderat auf, dem Bündnis Gemeinden Sicherer Häfen beizutreten. Und: Für Schulabgänger soll ein Ausbildungsstellenverzeichnis erstellt werden, in dem Unternehmen aus Grenzach-Wyhlen ihre Ausbildungsangebote präsentieren können. Die Jugendvertretung setzt zudem mit 1000 Euro einen Rahmen für die Anschaffung von Werbemitteln fest.

208 Städte haben die Petition "Gemeinden Sicherer Häfen" des Bündnisses Seebrücke schon unterzeichnet, führte Jugendparlamentarier Elvis Bejtovic in der jüngsten Sitzung des Jugendparlaments aus. Er erklärte, dass es grundsätzlich darum gehe, dass die Gemeinde sich bereit erkläre, weitere Flüchtlinge über die Verteilungsquote hinaus aufzunehmen. Die Erfahrung in Grenzach-Wyhlen mit Geflüchteten falle positiv aus, sagte Bejtovic, der mit der Sozialabteilung dazu Rücksprache gehalten hatte. Er verwies auf die schlechte Situation in den griechischen Flüchtlingslagern. Das Jugendparlament beschloss einstimmig, beim Gemeinderat einen Antrag einzureichen, dem Bündnis beizutreten.

Bejtovic schlug auch vor, ein Ausbildungsstellenverzeichnis für Grenzach-Wyhlen einzurichten. Aufgrund der Corona-Pandemie gestalte sich die Suche nach Studienplätzen und Ausbildungsplätzen für Schulabgänger schwierig, so Bejtovic, da auch eine Absage der Ausbildungsbörse im Frühjahr wahrscheinlich ist. Anstelle im Internet zahlreiche Webseiten durchsuchen zu müssen, sollte den Ausbildungssuchenden mit dem Verzeichnis eine zentrale Stelle geboten werden, an der gezielt die Unternehmen aus Grenzach-Wyhlen ihre Ausbildungsangebote präsentieren können.

Verzeichnis der lokalen Ausbildungsstellen geplant

Das sei keine Konkurrenz zur Ausbildungsbörse, sondern eine gute Ergänzung, meinte Bürgermeister Tobias Benz, der vorschlug, dass bei einem positiven Beschluss das Jugendparlament mit der Wirtschaftsförderung Kontakt aufnehmen könne, die die Webseite der Gemeinde betreut. Das Jugendparlament stimmte dem Antrag einstimmig zu.

Für 300 Euro hatte das Jugendparlament schon einmal Kugelschreiber mit dem eigenen Logo angeschafft, sagte Vorsitzende Charlotte Lindemann. Die Kugelschreiber kamen bei der Vorbereitung zur Wahl bei den Jugendlichen gut an. Nun sollen Neue angeschafft werden. Jugendparlamentarier Yorick Weiß fand, dass Umweltaspekte bei der Beschaffung berücksichtigt werden sollten. Worauf die Jugendparlamentarier diskutierten, ob nicht besser nachhaltigere Werbemittel wie Bleistifte, Geodreieck oder Lineal angeschafft werden sollten.

Die Entscheidung über die Art des Werbemittels wurde auf später verschoben. Die Vorschläge der Jugendparlamentarier über die Höhe der Mittel reichten von 500 bis 1000 Euro. Weiß mahnte, mit dem Budget verantwortungsvoll umzugehen. Von den jährlich zur Verfügung stehenden 2000 Euro wurde im Corona-Jahr kaum etwas verbraucht, führte Bejtovic an. Die Befürworter des höheren Betrags setzten sich durch, wobei dieser nicht ausgereizt werden, sondern als Spielraum dienen soll. Das Jugendparlament entschied sich dafür, 1000 Euro für die Anschaffung von Werbemitteln festzusetzen.

Um die Sitzungen künftig auch online durchführen zu können, stellte Bejtovic einen Antrag auf Änderung der Geschäftsordnung des Jugendparlaments. Bürgermeister Benz führte aus, dass die Gemeinde daran arbeite, Online-Sitzungen bei öffentlichen Sitzungen des Gemeinderats und der Ausschüsse zu ermöglichen. Da die Sitzungen des Jugendparlaments derzeit im Zweimonatsrhythmus stattfinden, werde mit einem jetzigen Beschluss Zeit gespart, anstatt auf die Satzungsänderung der Gemeinde zu warten, meinte Bejtovic. Das Jugendparlament beschloss eine Änderung der Geschäftsordnung zur Durchführung von Online-Sitzungen gemäß der zu aktualisierenden Satzung der Gemeinde.