BZ-Alltagswissen

Kann man Zwiebeln so schneiden, dass man nicht weinen muss?

Johanna Jacobs

Von Johanna Jacobs

Sa, 21. März 2020 um 16:18 Uhr

Gesundheit & Ernährung

Die gute alte Schwimmbrille kann eine nützliche Barriere bieten. Hat man gerade keine parat, kann man sich auch mit ein paar biochemischen Grundkenntnissen gegen die Tränen wappnen.

"Dazu muss man verhindern, dass der tränenreizende Faktor TF der Zwiebel in die Augen gelangt. Dort reizt er nämlich Rezeptoren auf der Hornhaut und Bindehaut und setzt eine Abwehrreaktion in Gang, bei der Tränen abgesondert werden, die den Stoff aus dem Auge spülen", so Irmgard Merfort, Professorin für Pharmazeutische Biologie an der Uni Freiburg.

Die gute alte Schwimmbrille kann hier also eine nützliche Barriere bieten. Hat man gerade keine parat, kann man sich auch mit ein paar biochemischen Grundkenntnissen gegen die Tränen wappnen.

Merfort: "Durch das Schneiden zerstört man die Zellstruktur der Zwiebel, so dass Isoalliin mit dem Enzym Alliinase in Berührung kommt. Über einen Zwischenschritt entsteht dann der TF Propanthial-S-Oxid." Lagert man die Zwiebel vor dem Bearbeiten kühl, entsteht beim Schneiden wahrscheinlich etwas weniger TF, denn die Kälte lässt das Enzym langsamer arbeiten. Zu guter Letzt kann man außerdem die geschälte Zwiebel und das Brett mit Wasser benetzen und so den flüchtigen TF dabei behindern, in die Luft zu gelangen.
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