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Karl Lauterbach wird Bundesgesundheitsminister

dpa, afp, bz

Von dpa, afp & BZ-Redaktion

Mo, 06. Dezember 2021 um 09:53 Uhr

Deutschland

Er hat es geschafft: Karl Lauterbach (SPD) wird der neue Gesundheitsminister. Ärzteverbände begrüßen die Entscheidung – Lauterbach gilt als ausgewiesener Gesundheitsexperte.

Der Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach (SPD) soll neuer Bundesgesundheitsminister werden. Das teilte die SPD am Montag in Berlin mit, wo die Partei als letzte der drei Ampel-Koalition ihre neuen Minister vorstellen will. Der 58-jährige Gesundheitsexperte Lauterbach soll mitten in der Hochphase der vierten Corona-Welle das Amt vom scheidenden Amtsinhaber Jens Spahn (CDU) übernehmen.

Spahn hat seinem designierten Nachfolger bereits zum künftigen Posten gratuliert. "Lieber Karl Lauterbach, herzlichen Glückwunsch zu dieser wichtigen und schwierigen, doch auch sehr schönen Aufgabe", schrieb der CDU-Politiker am Montag bei Twitter. "Ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg und eine glückliche Hand. Denn es geht um unser Land. Die Bewältigung dieser Pandemie bleibt eine Gemeinschaftsaufgabe."

Weitere Ministerien besetzt

Sicher war bislang nur Olaf Scholz als Bundeskanzler. Das Ressort für Arbeit und Soziales soll erneut Amtsinhaber Hubertus Heil übernehmen. Das neue Bauministerium soll die Brandenburger SPD-Politikerin Klara Geywitz leiten. Innenministerin soll die hessische Politikerin Nancy Faeser werden.

Das Verteidigungsressort soll die bisherige Justiz- und Familienministerin Christine Lambrecht übernehmen. Ministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung soll Svenja Schulze werden. Kanzleramtsminister soll Wolfgang Schmidt werden.

Mediziner über Lauterbach-Entscheidung erfreut

Ärzteverbände haben die Nominierung von Karl Lauterbach für die Leitung des Gesundheitsressorts in der neuen Bundesregierung begrüßt. "Die Berufung von Karl Lauterbach zum neuen Gesundheitsminister ist die richtige Antwort auf die Herausforderungen der Corona-Pandemie", erklärte der Vorsitzende des Virchowbundes der niedergelassenen Ärzte, Dirk Heinrich, am Montag in Berlin.

"Die Wissenschaft ist der natürliche Feind des Populismus, deshalb werden wir die Pandemie nur faktenbasiert und mit entschlossenem Handeln besiegen", hob Heinrich weiter hervor. Als weitere wichtige Aufgaben für Lauterbach nannte er die Entbudgetierung ärztlicher Leistungen, den Ausbau der Digitalisierung im Gesundheitswesen sowie die Reform der Gebührenordnung für die Ärztinnen und Ärzte.

"Es freut mich, dass ein Arzt Gesundheitsminister wird", sagte die Vorsitzende des Ärzteverbands Marburger Bund, Susanne Johna. Lauterbach sei ein "ausgewiesener Fachmann und hat nicht erst seit der Pandemie bewiesen, dass er über hohe Sachkenntnis verfügt", hob sie in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" weiter hervor.

Glückwünsche der CDU

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hat der künftigen Ampel-Regierung eine "glückliche Hand" gewünscht. "Wir werden diese Koalition an ihren Taten messen. Ankündigungen sind ja genügend gemacht", sagte er nach einer Sitzung des CDU-Präsidiums am Montag in Berlin. Die Union werde die Regierungspolitik im Bundestag als Opposition konstruktiv und kritisch begleiten.

Zu den von der SPD vorgestellten Kabinettsmitgliedern sagte Ziemiak: "Das sind alles gestandene Persönlichkeiten." Die CDU vergebe wenig Vorschusslorbeeren. "Aber es gibt auch keinen Grund zu voreiliger Kritik." Dass der SPD-Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach Gesundheitsminister werden soll, nannte Ziemiak eine "kluge Wahl".

Auch Söder will Lauterbach

Zuletzt hatte sich CSU-Chef Markus Söder für den ausgewiesenen Gesundheitsexperten Lauterbach als Gesundheitsminister ausgesprochen. Lauterbach würde nach Ansicht des bayerischen Ministerpräsidenten einen guten Gesundheitsminister abgeben. Es brauche einen Ressortchef, der keine zehn Minuten Einarbeitungszeit benötige, sagte der CSU-Vorsitzende am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Anne Will". "Ich glaube, Herr Lauterbach kann das auf jeden Fall." Er würde es begrüßen, sollte die Wahl auf ihn fallen. "Ich hoffe, ich schade jetzt ihm da in dieser Situation nicht."

Söder würdigte Lauterbachs "Grundkompass". "Wir sind zwar von ganz unterschiedlichen Polen her, aber wir haben oft ähnliche Positionen. Und ja, ich schätze und respektiere ihn." Lauterbach selbst wollte sich zu der Personalspekulation nicht äußern.

Die Ministerien der anderen Parteien

Das neue Bundeskabinett soll nach der für Mittwoch geplanten Wahl des neuen Bundeskanzlers vereidigt werden. Die Grünen besetzen das Außenministerium (Annalena Baerbock), das Ministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (Vizekanzler Robert Habeck), das Familienministerium (Anne Spiegel), das Umweltressort (Steffi Lemke) und das Agrarministerium (Cem Özdemir). Die FDP stellt den Finanzminister (Christian Lindner), den Verkehrsminister (Volker Wissing), den Justizminister (Marco Buschmann) und die Bildungsministerin (Bettina Stark-Watzinger).

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