Freiburgs Dompfarrer im Interview

Kein Weihwasser, keine Kommunion – aber Ablass für alle

René Zipperlen

Von René Zipperlen

Di, 24. März 2020 um 20:00 Uhr

Kultur

BZ-Plus Das Coronavirus drängt wichtige Ritualen und Mysterien aus dem Leben katholischer Gläubiger. Mit Blick auf Ostern fragt sich Freiburgs Dompfarrer Christoph Neubrand, wie die Kirche aus der Krise kommt.

BZ: Herr Neubrand, Papst Franziskus erlaubt einen "vollkommenen Ablass" für sündige Corona-Infizierte und Gläubige, die für ein Ende der Seuche beten. Besinnt sich die katholische Kirche auf in Pestzeiten erprobte Praktiken – und wie bedeutsam sind diese aus Ihrer Sicht?
Neubrand: Es gibt Menschen, für die sie weiterhin sehr bedeutsam sind. Und es gibt sicher genauso viele, für die sie keine Bedeutung haben. Das ist die katholische Weite, die wir aushalten müssen. Die Frage hinter dem Ablassgedanken klingt tatsächlich mittelalterlich: Was muss ich tun, um einen gnädigen Gott zu haben, welche Leistung muss ich dafür bringen? Aber wir erleben immer wieder – und nicht nur in der katholischen Kirche –, dass es Situationen gibt, in denen Menschen eine klare Richtschnur dafür brauchen, was sie tun sollen. Da sind manche dankbar um die Gewissheit, Gott ganz nahe sein zu können, wenn sie sich tatkräftig oder im Gebet um Coronakranke kümmern. So ist das auch theologisch nicht grenzwertig, sondern im Sinne der Nächstenliebe nachvollziehbar.

BZ: Laienhaft betrachtet, scheint sich darin ein recht kindliches Gottesbild auszudrücken. Die von ...

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