Keine Freigabe für Bauarbeiten

dpa

Von dpa

Mi, 29. Juli 2020

Panorama

Haus in Düsseldorf eingestürzt.

Für den am Montag eingestürzten Anbau eines Gebäudes in Düsseldorf lag noch keine Baufreigabe vor. Wie die Stadt am Dienstag mitteilte, hatte der Bauherr im Februar 2020 Planungen für eine weitgehende Sanierung des Anbaus eingereicht. Dabei sei es auch um den Umbau einer tragenden Wand gegangen. Aber erst "am frühen Nachmittag am Montag" sei die Baugenehmigung vom Bauaufsichtsamt an den Bauherrn verschickt worden. Die Feuerwehr wurde am Montag gegen 13.30 Uhr über den Einsturz des Anbaus informiert.

Das Hinterhaus in der Düsseldorfer Innenstadt in Fußnähe der bekannten Königsallee war am Montagnachmittag teilweise eingestürzt. Die Bergungsarbeiten hielten am Dienstag weiter an: Einer von zwei vermissten Arbeitern wurde tot in den Trümmern gefunden. Der Mann sei unter Bauschutt und Stahl begraben, sagte ein Feuerwehrsprecher am Dienstag. Die Leiche habe noch nicht geborgen werden können. Man wisse auch noch nicht, um welchen der zwei Vermissten es sich handele. Nach dem zweiten Bauarbeiter werde weiter gesucht. In dem Innenhof des Hauskomplexes, der zum Zeitpunkt des Einsturzes kernsaniert wurde, türmte sich ein riesiger Haufen aus Bauschutt, Gerüstteilen und Mauerstücken. Der Feuerwehrsprecher nannte die Lage vor Ort am Dienstag weiterhin "sehr dynamisch und instabil".

Die Stadt betonte, mit der Baugenehmigung sei nicht sofort eine Freigabe der Bauarbeiten verbunden. Dafür müsse der Bauherr noch einen Standsicherungsnachweis einreichen, dass die Statik des Gebäudes gewährleistet sei. Dieser Hinweis sei bislang nicht eingegangen. Es müsse nun geprüft werden, wodurch der Einsturz verursacht wurde.