Keine Tablets für Ratsinfosystem

Christiane Sahli

Von Christiane Sahli

Fr, 20. Mai 2022

Todtmoos

Räte sehen den veranschlagten Preis als zu hoch an / Ja zur neuen Hardware fürs Rathaus.

Die IT-Infrastruktur der Gemeinde bedarf der Erneuerung, die Hardware ist an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angelangt. In der Gemeinderatssitzung am Dienstag wurde daher die Neuanschaffung beschlossen, die Kosten liegen bei 84 200 Euro. Von dem Erwerb von Tablets für das Ratsinfosystem will man jedoch vorerst Abstand nehmen.

Die Hardware ist in die Jahre gekommen und nach fünf Jahren an der Obergrenze ihrer Leistungsfähigkeit angelangt, sagte Bürgermeisterin Janette Fuchs, Anmelde- und Verarbeitungszeiten würden immer länger. Zudem hatte der Server im April einen Komplettabsturz mit der Folge eines zweitägigen Stillstandes, fuhr sie fort. Und: Mit einem erforderlichen Upgrade käme die Hardware nicht mehr klar. Um Datensicherheit und Handlungsfähigkeit zu sichern, sei daher eine Ersatzbeschaffung der Hardware unumgänglich.

Angeschafft werden müssen vier Notebooks, 15 PC, ein Tablet, ein Server, vier Switches, ein ESX-Server für den Bauhof, Datensicherung und Lizenzen. Die Firma, die seit Jahren das Netzwerk der Gemeinde betreut, hat inzwischen ein Angebot abgegeben, die Kosten werden danach bei knapp 84 200 Euro liegen. Zudem hatte die Verwaltung die Anschaffung von 14 Tablets für das Ratsinfo angeregt, die pro Stück mit 663 Euro, insgesamt mit knapp 9300 Euro zu Buche schlagen würden.

Jörg Oehler (Freie Wähler) sprach sich grundsätzlich gegen die Beschaffung einer neuen Hardware aus, die Kosten dafür seien nicht in den Haushalt eingestellt, sagte er. Wenn die Infrastruktur der Gemeinde ausfalle, könnten acht Mitarbeiter ihren Aufgaben nicht nachkommen, zudem entstünden in diesem Fall Kosten für die Instandsetzung, hielt Rechnungsamtsleiter Uwe Bonow dem entgegen. Auch dem Vorschlag von Oehler, zunächst nur den Server zu ersetzen, konnte er nichts abgewinnen. Für viele der PC laufe der Support aus, es mache am meisten Sinn, alle PC zu ersetzen.

"Wir tun uns keinen Gefallen, wenn die IT ausfällt", sagte auch Michael Schmitz (Freie Wähler). Er bemängelte aber, dass die Erneuerungsbedürftigkeit der IT schon länger bekannt sei, er hätte sich eine frühzeitigere Information gewünscht. Seine Frage nach Belastung des Haushaltes durch die Anschaffung erklärte Bonow, diese falle unter die jährlich anfallenden Kosten der Verwaltung. Und: Abgeschrieben auf fünf Jahre bedeute die Anschaffung eine jährliche Belastung von rund 20 000 Euro.

Was die Tablets für die Ratsinfo betrifft, sah Oehler die Kosten von 663 Euro pro Tablet als zu hoch an. Aber dies spielte letztendlich keine Rolle, denn das Gremium sprach sich einhellig gegen die Anschaffung der Tablets zu jetzigen Zeitpunkt aus. Der Anschaffung der übrigen Hardware wurde dagegen zugestimmt, zwei Gemeinderäte votierten allerdings dagegen.