Keller kritisiert den DFB scharf

dpa

Von dpa

Fr, 24. September 2021

Fussball

Ex-Präsident: Entscheidungen wie am Stammtisch.

Fritz Keller, ehemaliger Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), hat scharfe Kritik am größten Fachsportverband der Welt geäußert und Reformen angemahnt. "Es geht heute nicht mehr, dass irgendein Branchenfremder, der gewählt wird, Sachen entscheidet wie am Stammtisch. Beim DFB ist das immer noch so", sagte Keller dem Pay-TV-Sender Sky. Es gebe beim DFB "sehr, sehr gute Leute, aber die müssen irgendwann einmal das Sagen haben". Keller sieht bislang keine Anzeichen für einen Reformprozess beim DFB. Nach seinem Abgang sei an der Spitze eine Kombination gefunden worden, "wo wieder nicht die Profis entscheiden, sondern diejenigen, die durch Hierarchien reingerutscht sind".

Bis zur Neuwahl auf einem außerordentlichen Bundestag Anfang 2022 wird der Verband von den Vizepräsidenten Koch und Peter Peters geführt. Keller sieht bei der künftigen Besetzung von Führungspositionen dringenden Bedarf der Neuausrichtung. "Es geht um Qualifikation und Nachhaltigkeit und nicht darum, wie lange jemand ein Amt ausfüllt. Man muss in Generationen denken, das ist schiefgelaufen", sagte der 64-Jährige und fügte hinzu: "Ich gehe davon aus, dass man diese Professionalisierung auch möchte."