Kinzig und Landesgartenschau-Areal abgeradelt

Victor Schreiner

Von Victor Schreiner

Di, 15. Oktober 2019

Offenburg

Bürgermeister Martini fuhr mit den Teilnehmer einer Radtour zu einigen neuralgischen Punkten / Um Unterstützung gebeten.

OFFENBURG. Wie lassen sich die räumlichen Dimensionen der Planungen zur Landesgartenschau kompakt erfahrbar machen und mit Informationen vor Ort verbinden? Mit einer Radtour an verschiedene Punkte der Planungen zum Projekt Landesgartenschau hatte die Stadt dazu eine gute Idee. Bei perfektem Radfahrwetter konnten Bürgermeister Oliver Martini und der Abteilungsleiter Grünflächen/Umweltschutz, Philipp Denkinger, am Freitag ein Dutzend Bürgerinnen und Bürger begrüßen, die aus erster Hand Infos zu diesem großen landschaftsgestalterischen Projekt erhalten wollten.

Die kanalisierte Kinzig als trennende Achse des Offenburger Stadtraums wahrnehmbarer und attraktiver zu gestalten: Das gehöre zu den Kernelementen der Planungen. Dabei sei der Dreiklang aus Ökologie, Hochwasserschutz und Freizeitwert von großer Bedeutung, sagte Denkinger: "Die trennende Wirkung der Kinzig verändern und ins städtische Freiraumkonzept integrieren: Das muss ein Ziel sein."

Erste Station der Radtour war der Punkt "Bellevue Nord" auf Höhe von Bühl-Dorf. Bürgermeister Oliver Martini sprach von dem großen Veränderungspotential in der Freiraumplanung, das durch die Landesgartenschau möglich werden könnte. Mit attraktiven Rundwegen und ökologischen Rückzugsräumen bis hin zur Einbindung in die Planungen des Klinikstandortes entstünden verbindende Achsen.

Dabei stellte er heraus, dass die Gestaltung der Kinzig zwischen den Dämmen als Machbarkeitsstudie zu werten sei, da die Bedingungen sich in den kommenden Jahren immer weiter entwickeln werden.

Bei der zweiten Station auf Höhe OBI/Burda war die Monotonie der Flusslandschaft für jeden radelnden Teilnehmer erlebbar. Durch optimierte Zugänglichkeit wolle man den Fluss erlebbar machen, den Fluss in Bewegung bringen und Flussbiotope entstehen lassen, Ideen dazu seien da, so der Bürgermeister.

Die zentrale Fläche der Landesgartenschauplanung – das bestehende OFV-Stadion – war ein nächster Haltepunkt der Radtour. Oliver Martini erläuterte hier die Überlegungen zum Sportstättenkonzept, sprach von einem nahen, grünen Hochschulcampus und den Chancen, die bisher trennenden Räume Kinzig und Stadt miteinander zu verbinden. In diesem Bereich soll der Damm aufgeweitet und als hochwertige Flusslandschaft und nachhaltiger Freiraum gestaltet werden.

Nachhaltigkeit und anschließende Nutzbarkeit hätten große Bedeutung für den Zuschlag durch das Land. Dieser Aspekt fließe in die Überlegungen mit ein und erfordere deshalb komplexe Planungen auch für die zukünftige Infrastruktur. Radwegeverbindungen und ein weiterer Bahnhalt im Bereich der Messe seien ebenfalls Bestandteile der Planung.

Was wäre eine Radtour ohne kleine Einkehr? Die Stadt überraschte am großen Deich mit der Einladung zu einem kleinen Imbiss. Bürgermeister Martini nannte die Radtour eine schöne Veranstaltung, in der er die Landesgartenschau in einen großräumigen Kontext stellen konnte und warb für Unterstützung des Projektes. Eine Teilnehmerin freute sich über die Einbeziehung der Offenburger Bürgerschaft ins Konzept, Lothar Hummel hofft innig auf einen Bahnhalt an der Messe und darauf, dass die Gartenschaubereiche in punkto Nachnutzung einen großen Mehrwert für die Offenburger mit sich bringen werden.

An diesem Mittwoch, 16. Oktober, 19 bis 21 Uhr findet eine Bürgerinfo zur "Landesgartenschaubewerbung" statt. Die Veranstaltung findet im Gebäude D der Hochschule statt. Anmeldung per E-Mail an lgog@offenburg.de oder unter Tel. 0781/82-2446.