Klimaschutz und bessere Infrastruktur

Herbert Trogus

Von Herbert Trogus

Sa, 04. Januar 2020

Vogtsburg

Beim Neujahrsempfang in Schelingen informierte Bürgermeister Bohn über die wichtigsten Vorhaben in Vogtsburg im neuen Jahr.

VOGTSBURG-SCHELINGEN. Die Einwohnerzahl von Schelingen ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Zum Jahresende 2019 hatte der kleinste Vogtsburger Stadtteil 358 Einwohner, im Jahr zuvor waren es 347 gewesen. Das verdeutlichte die Statistik, die Ortsvorsteherin Ruth Höke beim Neujahrsempfang erläuterte. Bürgermeister Benjamin Bohn blickte auf das vergangene Jahr zurück und gab einen Ausblick auf die wichtigsten Vogtsburger Themen im Jahr 2020.

In Schelingen erblickten 2019 drei Kinder das Licht der Welt, 2018 waren es vier Geburten gewesen. Zwei Sterbefälle und zwei Eheschließungen wurden 2019 registriert. Zum Neujahrsempfang hieß Ortsvorsteherin Höke zahlreiche Bürgerinnen und Bürger und auch den Vogtsburger Altbürgermeister und Ehrenbürger Gabriel Schweizer willkommen.

"Was wird das neue Jahr für uns und für die Gemeinde bringen?" Es werde sicherlich reich an Herausforderungen und nicht immer leicht zu meisternden Aufgaben sein, beantwortete Bürgermeister Bohn seine Frage. Das Klima habe das Jahr 2019 geprägt, sagte Bohn und verwies auf Wärmerekorde und die Protestbewegung "Fridays for Future". Die Wahl von Fritz Keller zum DFB-Präsidenten sei für die Gemeinde ein Top-Ereignis gewesen, damit stehe ein Vogtsburger dem größten nationalen Sport-Fachverband vor. Auch die teils hitzig geführte Debatte über Artenschutz und Artensterben habe das vergangene Jahr geprägt. Bürgermeister Bohn erinnerte auch an den plötzlichen Tod von zwei langjährigen Kommunalpolitikern: Arno Landerer in Oberrotweil und Peter Müller in Achkarren.
Die Gremien und Mitarbeiter der Stadt hätten zahlreiche Projekte und Themen bewegt und umgesetzt. Geprägt gewesen sei das Jahr 2019 auch von den Kommunalwahlen. In vier der sieben Stadtteile gibt es neue Ortsvorsteher. Zu den vielen Großprojekten des Jahres 2019 gehöre auch die Sanierung- und Erweiterung des Vogtsburger Rathauses, das Projekt gehe der Fertigstellung entgegen.

Einige Großprojekte
Neben der Erneuerung der Bischoffinger Bacchusstraße stehen zwei weitere Straßenbauprojekte auf der Agenda. Ein Abschnitt der L 115 zwischen Bötzingen und Oberbergen soll saniert werden. Für die Schlossbergstraße in Achkarren wird die Sanierungsplanung aktualisiert. In Bischoffingen soll mit der Sanierung der Festhalle begonnen werden. Sie soll durch einen Anbau für den örtlichen Kindergarten, die Ortsverwaltung und einen Vereinsraum erweitert werden. Für das gemeinsame Feuerwehrgerätehaus, das an zentraler Stelle errichtet werden soll, liege ein Fachförderbescheid bereits vor, die Verwaltung bewerbe sich zurzeit für weitere Fördermittel aus dem Ausgleichstock. Derzeit finden in Oberrotweil die Tiefbauarbeiten im Bereich der Bahnhof- und der Eichbergstraße statt. Die Caritas habe den Bauantrag für das Seniorenzentrum Haus Pantaleon eingereicht. Parallel dazu sei die Planung für das Wohn- und Geschäftshaus "Vogtsburg-Arkaden" in Bearbeitung.

Alle diese Projekte dienten dazu, die Stadt Vogtsburg zukunftsfähig zu machen und mit einer leistungsstarken Infrastruktur auszustatten, betonte der Bürgermeister. Im Rahmen des Klimaschutzkonzepts sollen in diesem Jahr die Innenbeleuchtung der Schelinger Festhalle und die Straßenbeleuchtung auf LED umgestellt werden. Gemeinsam mit dem Zweckverband Breitband Breisgau-Hochschwarzwald soll die Glasfaserversorgung in mehreren unterversorgten Stadtteilen ausgebaut werden. Und auch das kommunale Elektromobilitätskonzept soll umgesetzt werden. Der Städtlebus werde bald starten.

Die Unterbringung von Flüchtlingen bleibe weiter Thema. Derzeit beherbergt Vogtsburg 80 Personen. Laut der aktuellen Prognose sollen in diesem Jahr weitere 36 Personen hinzukommen, so Bohn. Das Planfeststellungsverfahren für den Polder Breisach-Burkheim werde 2020 in eine ganz entscheidende Phase gehen. Die Gemeinde erwarte in der ersten Jahreshälfte den Planfeststellungsbeschluss.

Kräftiger Einwohnerzuwachs
Dass Vogtsburg attraktiv sei, zeige ein Blick in die Statistik. Im Jahr 2018 (die Statistik 2019 liegt noch nicht vor), sei Vogtsburg die viertdynamisch wachsende Gemeinde im Landkreis gewesen, hinter den Mittelzentren Bad Krozingen, Breisach und Müllheim. 2019 sei die Einwohnerzahl um 80 Personen gestiegen. Zurzeit leben in der Kaiserstuhlgemeinde 6100 Personen.

Zum Abschluss dankte Bohn Ortsvorsteherin Ruth Höke und den vielen Ehrenamtlichen in Vereinen, Gruppen und Organisationen für die gute Zusammenarbeit. In Schelingen gebe es dank des Einsatzes vieler Bürger seit vielen Jahren ein aktives Dorfleben mit einer intakten Vereinsstruktur, pflichtete Ortsvorsteherin Höke bei. Die Vereine spielten in der Dorfgemeinschaft eine große Rolle, diese Struktur müsse erhalten bleiben.

Schelinger engagieren sich
Mit Laura Wolf habe Schelingen auch eine sehr erfolgreiche junge Radsportlerin, die mit ihren Erfolgen aufhorchen lasse. Höke verwies auch auf das 40-jährige Bestehen der Landjugend, das in diesem Jahr gefeiert wird. Ein Sorgenkind sei die Freiwillige Feuerwehr, die an Mitgliedermangel leide.

Beim jüngsten Brandeinsatz sei die Wehr Oberrotweil-Bickensohl in kürzester Zeit am Schelinger Brandort gewesen. Dass das Feuer so rasch gelöscht werden konnte, sei auch den Schülern Jan Weber, Tim Hagen und Nico Ziegler zu verdanken. Sie hatten den Brand auf dem weg zur Schule entdeckt, die Bewohner verständigt und die Feuerwehr alarmiert. Dafür überreichte die Ortsvorsteherin ihnen ein Präsent. Höke dankte Bürgermeister Bohn, den Ortschafts- und Gemeinderäten sowie den Bürgern für die große Unterstützung.

Bianca Leber vom Gemeindeteam gab einen Rückblick über die Aktivitäten der Kirchengemeinde. Rosina Kaltenbach überbrachte die Grüße der Vereine und dankte Ruth Höke für die Unterstützung im vergangenen Jahr. Die Vereinssprecherin überreichte der Ortsvorsteherin eine große Neujahrsbrezel, die die Landjugend gespendet hatte.