Corona-Auswirkungen

Kohler Maschinenbau blickt nach starkem Wachstum vorsichtiger in die Zukunft

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 15. Mai 2020 um 17:30 Uhr

Lahr

Die Firma Kohler Maschinenbau GmbH mit Sitz in Lahr erzielte laut einer Pressemitteilung 2019 ein zweistelliges Umsatzwachstum. Für dieses Jahr sehen die Prognosen verhalten aus.

Mit einem Umsatz von 33 Millionen Euro und somit einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent schließt der Bereich Metals innerhalb der Wintersteiger-Gruppe, zu der Kohler Maschinenbau gehört, das Geschäftsjahr 2019 mit neuen Höchstwerten ab, teilt das Unternehmen mit. Dem Lahrer Werk falle eine besondere Bedeutung zu, da es innerhalb des Geschäftsbereichs Metals der zentrale Produktions- und Servicestandort sei. Von Lahr aus werden sämtliche Vertriebsaktivitäten koordiniert und die Entwicklung neuer Produkte vorangetrieben.

Zum dritten Mal in Folge zweistellige Wachstumswerte

"Wir sind sehr zufrieden mit diesem Ergebnis", wird Hans-Peter Laubscher, Geschäftsführer Vertrieb bei Kohler zitiert, "2019 war ein starkes Jahr. Unsere Strategie, neben den Bandanlagen auch das Geschäftsfeld Teilerichtmaschinen weiter auszubauen, ist aufgegangen." Trotz widrigen Marktverhaltens – insbesondere in der Automobilindustrie in Verbindung mit dem Thema E-Mobilität – habe das Unternehmen im Geschäftsjahr 2019 zum dritten Mal in Folge zweistellige Wachstumswerte vorweisen können.

Ein wesentlicher Faktor ist laut der Pressemitteilung die Innovationskraft des mittelständischen Unternehmens. Als Technologieführer im Bereich der Richttechnik setze Kohler seit Jahren auf innovative Lösungen, wie zukunftsweisende Antriebskonzepte oder den Verzicht auf hydraulische Systeme bei den Teilerichtmaschinen. "Dass diese Innovationen am Markt angenommen werden, zeigt die gestiegene Nachfrage der Kunden nach energieeffizienten Maschinen mit einer verbesserten Umweltverträglichkeit bei gleichzeitig geringeren Wartungskosten", heißt es weitere. Zudem habe das Unternehmen seine Präsenz in neuen Märkten gefestigt und ausgebaut. In China, Russland und den USA gebe es eigene Vertriebs- und Servicegesellschaften, die wesentlich zum Wachstum des Unternehmens beigetragen hätten.

Verhaltene Prognose für das laufende Jahr

Die Prognose für das Geschäftsjahr 2020 fällt aus der Sicht von Hans-Peter Laubscher hingegen eher verhalten aus: "Zwar spürten wir schon ab Mitte 2019 eine leichte Eintrübung des Investitionsklimas. Dennoch waren die Auftragsbücher so gut gefüllt, dass wir noch bis weit in die erste Jahreshälfte hinein unsere Fertigung und Montage gut auslasten konnten." Ziel sei nun – neben der Gesundheit der Mitarbeiter – die Corona-Krise mit möglichst geringen wirtschaftlichen Blessuren zu überstehen. Als positiv bewertet Laubscher den Umstand, dass sich das Geschäftsklima in China seit April wieder verbessere und Kohler mit seinem Vertriebsteam in Shanghai bereits wieder erste erfreuliche Verkaufserfolge erzielen konnte.

Restaufträge wurden noch abgearbeitet

Im März hatte Arnd Greding, der Technische Geschäftsführer, auf BZ-Anfrage erklärt: "Wir arbeiten mit angezogener Handbremse." Die Produktion lief nur noch eingeschränkt, Restaufträge wurden erledigt. Von den 150 Mitarbeitern waren noch zehn bis 20 Prozent im Werk in der Einsteinallee. Im Vertrieb wurde im Homeoffice gearbeitet. Mit Gleitzeit und Abbau von Urlaubstagen wurde auf die Situation in der Corona-Krise reagiert, danach kam Kurzarbeit zum Tragen.