Stolpersteine

KOMMENTAR: Breiter Konsens fürs Erinnern

Robert Bergmann

Von Robert Bergmann

Do, 10. September 2020

Lörrach

Es sind ein paar Jahre ins Land gegangen seit der ersten Idee, auch in Lörrach jene Stolpersteine zu verlegen, mit denen der Nazi-Terror gegen die eigene Bevölkerung im öffentlichen Raum unübersehbar wird. Zeit, die genutzt wurde, um einen breiten gesellschaftlichen Konsens zu erzielen für die Aktion, mit der Künstler Gunter Demnig europaweit gegen das Vergessen kämpft. Natürlich wird mit den Messingplatten nicht das Vermächtnis der Opfer mit Füßen getreten – das Gegenteil ist der Fall. Schön, dass sich diese Einsicht durchgesetzt hat – bei der Stadt wie bei der Israelitischen Kultusgemeinde. Begrüßenswert ist auch, dass 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs und wenige Wochen nach dem Attentat auf die Synagoge in Halle, wohl nur Ewiggestrige den Sinn historischen Erinnerns ernsthaft in Frage stellen. Übrigens: Am Mittwoch waren es exakt 20 Jahre, dass der sogenannte Nationalsozialistische Untergrund (NSU) erstmals einen Menschen ermordete, nur weil er türkische Wurzeln hatte.