Kommunalpolitische Wanderung entlang der Wiese

Ansgar Taschinski

Von Ansgar Taschinski

Mi, 15. Mai 2019

Lörrach

Wiesionen, KBC, Radweg rechts der Wiese – darum ging es beim Termin mit Bundestagsabgeordnetem Gerhard Zickenheiner (Grüne).

LÖRRACH. Bei einem Spaziergang entlang der Wiese sprach der Bundestagsabgeordnete der Grünen, Gerhard Zickenheiner, über das Projekt Wiesionen, die Zukunft des KBC-Areals und den Radverkehr in Lörrach. Nicht viele nahmen an dem Spaziergang teil, aber es war eine fachkundige Gruppe.

Er sei lange Zeit frustriert gewesen, dass es mit dem Projekt Wiesionen nicht weitergehe, erklärte Zickenheiner an der Rossschwemme. Mittlerweile glaube er jedoch, dass es gut sei, wie es jetzt ist. Die Stege bei der Rossschwemme und in Stetten würden sehr gut angenommen. Spannend sei es zu beobachten, wie Hundespaziergänger am Ostufer entlang spazierten, während Jogger und andere auf der Westseite der Wiese unterwegs seien. Beklagt wurde die Fischarmut der Wiese. Von alleine kämen kaum noch Fische, sie müssten regelmäßig ausgesetzt werden, sagte einer der Anwesenden. Zudem fehle es an tiefen Stellen. Problematisch sei auch, dass in engen Zeiten zu viel Wasser entnommen werde, ohne genau zu messen, so Zickenheiner. Bedauernswert sei auch, dass das Wasser noch immer nicht völlig sauber sei, etwa wegen der Kläranlagen. Von den vielen Gewässern in der Gegend sei nur der Nonnenmattweiher zum Baden geeignet, sagte Zickenheiner.

Für die Zukunft des KBC-Areals wünschte sich Zickenheiner eine Mischung aus Gewerbe- und Wohnen. So wie man es in Zürich-West oder anderen, auch kleineren Städten beobachten könne, sei eine durchmischte Stadt ein Konzept, das gelingen könne. Dabei sprach er sich auch für eine Verdichtung des Areals aus. "Das könnte ein spannendes Gebiet werden", sagte er. Um Gestaltungsmöglichkeiten zu gewinnen, brauche es einen Bodenfonds, der es Kommunen ermögliche, Flächen wie das KBC-Areal zu kaufen. Im Idealfall solle das Areal dann in Erbpacht zur Verfügung gestellt werden. Grundsätzlich lägen die Grünen und die CDU in dieser Frage im Land nicht so weit auseinander. Leider habe es jedoch der Vorschlag für die Erbpachtnutzung nicht in die endgültige Version seiner Partei geschafft. Zudem forderte er mehr Personal für die Planungsämter, um eine starke Stimme gegenüber Investoren zu haben.

Thema war auch der Radweg rechts der Wiese. Es müsse endlich etwas passieren, so Stadtrat Gerd Wernthaler. Die Nutzung durch Pendler, Rennradler, E-Bike-Fahrer und Fußgänger führe zu Konflikten. Auch Zickenheiner forderte, die Anliegen der Gruppen zu berücksichtigen, sie aber nicht gegeneinander auszuspielen. Das Problem sei bekannt und hinreichend diskutiert. Jetzt sei es an der Zeit, Lösungen zu schaffen. Dabei sei es wichtig, auch mit Riehen zu kooperieren.