Kontakte zu Geflüchteten intensivieren

Mario Schöneberg

Von Mario Schöneberg

Fr, 13. November 2020

Gottenheim

Flüchtlingshelferkreis und Integrationsmanager informieren Gottenheimer Rat über ihre Arbeit.

. Integration bedeute, dass man mit den geflüchteten Menschen in Kontakt komme und die Begegnungen im Alltag ausbaue, darin waren sich Helferkreissprecher Thomas Barleon und Integrationsmanager Janik Viereck einig, als sie den Gemeinderat über die Flüchtlingsarbeit in Gottenheim informierten.

Den Helferkreis gebe es seit sechs Jahren, er bestehe heute aus einem Kernteam von zehn Menschen sowie weiteren Unterstützern, die sich für bestimmte Projekte oder Menschen engagieren, sagte Thomas Barleon. Einmal im Monat gebe es eine Sitzung, aktuell online, mit der Gemeindeverwaltung und Integrationsmanager Viereck, um sich abzustimmen. Nachdem unter anderem eine siebenköpfige Familie aus Gottenheim weggezogen sei, betreue man aktuell noch 57 geflüchtete Menschen, die dezentral untergebracht seien, so Barleon. "Die dezentrale Unterbringung entzerrt die Situation im Dorf und sorgt nicht nur für eine gleichmäßige Verteilung, sondern auch dafür, dass die geflüchteten Menschen überall präsent sind. Ich hoffe, das bleibt so."

Auch die Arbeit des Helferkreises habe sich verändert, erklärte Barleon. Ging es am Anfang um das Organisieren des Notwendigsten, gelte heute eher, Wege aufzuzeigen, wie es mit Ausbildung oder Arbeit weitergehen könne. "Integration bedeutet mehr, als nur Wohnraum zur Verfügung zu stellen und Möbel zu kaufen. Es ist wichtig, dass man die Menschen im Ort auch kennt und mit ihnen in Kontakt kommt." Die müsste noch intensiviert werden, sagte Barleon, schließlich sei das Leben und Wohnen in Deutschland für viele neu, da kämen neue Probleme zu Tage, bei denen auch der Helferkreis manchmal an seine Grenzen stoße. Da sei das Hilfs-Dreieck mit Gemeinde und Integrationsmanager wichtig.

Die Geflüchteten hätten in Gottenheim gute Chancen, sagte Viereck. "Integration ist ein langer Prozess, aber hier sind wir auf einem guten Weg." Nicht in jeder der 30 Gemeinden, die die Integrationsmanager des Caritasverbands betreuen, gäbe es einen so engagierten Helferkreis und eine so gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde. Das Arbeiten selbst habe sich seit dem Corona-Ausbruch sehr verändert. "Doch mir war es wichtig, die Menschen auf dem Radar zu behalten, sei es auf digitalem Weg oder durch Besuche an der Haustür oder im Hof." Auch die Geflüchteten hätten mit Corona-Beschränkungen zu kämpfen, sei es durch Kurzarbeit, eine erschwerte Jobsuche oder durch wegfallende Sprach- und Integrationskurse. Richtig kompliziert werde seine Arbeit bei Menschen, die kaum Perspektiven hätten, wie viele junge Männer aus Gambia.

Er sei sehr froh, dass es in Gottenheim einen so aktiven Helferkreis gebe, betonte Bürgermeister Christian Riesterer. "Es ist bemerkenswert, wie professionell und strukturiert dort gearbeitet wird."