Kräftig in Gebäude investiert

Claudia Renk

Von Claudia Renk

Fr, 10. Juli 2020

St. Blasien

Genossenschaft Familienheim informiert den Gemeinderat über die Arbeiten an ihren Häusern.

. Vor seiner jüngsten Sitzung traf sich der Gemeinderat St. Blasien mit Vertretern der Baugenossenschaft Familienheim Hochschwarzwald zum Ortstermin bei den sanierten Häusern in der Bernau-Menzenschwander Straße. Rund viereinhalb Millionen Euro hat die Genossenschaft hier seit 2006 investiert.

Der Wunsch nach diesem Ortstermin, so Bürgermeister Adrian Probst bei seiner Begrüßung, sei aus dem Gemeinderat gekommen. Dieser freue sich sehr über das Engagement der Baugenossenschaft im Ort. Deren Geschäftsführer Erhard Pfaff, Architekt Oliver Thiele und Bauleiter Ambrosius Haid erläuterten, was in St. Blasien in den vergangenen Jahren passiert ist. Zehn Häuser mit insgesamt 77 Wohnungen gehören hier der Genossenschaft, sagte Oliver Thiele. Alle sind nun von außen saniert worden, haben eine neue thermische Hülle und zum Teil auch neue Balkonanlagen bekommen. Bei 53 Wohnungen wurden auch die Bäder saniert, die letzten 24 fehlen noch, sie werden bei Mieterwechseln in den entsprechenden Wohnungen auf den neuesten Stand gebracht. Außerdem sei stark in die Außenanlagen investiert worden, die fehlenden Parkplätze, die auch die Mieter bemängelt hätten, seien geschaffen worden.

Die Investitionen teilen sich laut Erhard Pfaff auf in 2,8 Millionen Euro für die Gebäudehülle und 1,7 Millionen Euro für die Bäder. Dabei seien die eigenen Leistungen der Familienheim wie etwa der Rückbau alter Bäder nicht eingerechnet.

Die Mieten, so erklärte Pfaff weiter, belaufen sich durchschnittlich auch 5,02 bis 5,39 Euro pro Quadratmeter. In einzelnen Häusern zahlten die Mieter in Wohnungen ohne saniertes Bad noch 4,20 Euro, die teuerste Miete liege bei 6,02 Euro pro Quadratmeter. Um einen bis 1,25 Euro habe die Genossenschaft die Mieten nach der Sanierung angepasst, ergänzte Oliver Thiele, ein neuer Balkon erhöhe die Miete im Durchschnitt um 20 Euro. "Das sind bezahlbare, moderate Mieten auch nach der Sanierung", betonte Pfaff.

Gemeinderat Christoph von Ascheraden wollte in diesem Zusammenhang wissen, ob Mieter aufgrund der erhöhten Mieten nach der Sanierung ausgezogen seien. "Nicht in St. Blasien, und auch in unseren anderen Standorten nicht", betonte Erhard Pfaff. Zumal 30 bis 50 Cent der Mieterhöhungen durch Einsparungen kompensiert würden. Denn durch die bei der Sanierung erneuerten Heizungen inklusive Sonnenkollektoren sei der Energieverbrauch für die Bewohner gesunken. Und auch mit Feuchtigkeit in den Räumen durch die Isolierung, wie Frank Defrenne befürchtete, haben die Mieter laut Pfaff nicht zu kämpfen. Dieses Problem entstehe nur, wenn alte Holzfenster durch dichte Kunststofffenster ersetzt würden, ohne die Gebäudehülle ebenfalls zu isolieren.

Bürgermeister Probst verwies im Gespräch darauf, dass St. Blasien zu der Gruppe von 80 Gemeinden gehöre, für die die Mietpreisbremse gelte. In St. Blasien herrsche Wohnungsmangel. Die Familienheim habe in diese Lücke investiert. "Wenn Sie Weiteres planen, gerne", fügte er augenzwinkernd hinzu.

Zumindest eine weitere Planung wurde auch gleich auf dem Ortstermin besprochen: Die Genossenschaft möchte das Straßenstück, das von der Bernau-Menzenschwander Straße in Richtung Friedhofsteg führt, sanieren. Platz und Straße sollen asphaltiert werden, auch eine in der Straße liegende Trinkwasserleitung gilt es zu sanieren. Allerdings gehören rund 90 Quadratmeter der betroffen Fläche der Stadt. Die Familienheim könne sich vorstellen, so Thiele, der Stadt Gelände abzukaufen und sich auch an Arbeiten auf deren Fläche zu beteiligen.