Vermisst

Polizei rekonstruiert die letzten Tage vor dem Verschwinden der 26-jährigen Wanderin

Verena Wehrle und Monika Olheide

Von Verena Wehrle & Monika Olheide

Fr, 25. September 2020 um 18:18 Uhr

Kreis Waldshut

Von der vermissten jungen Wanderin aus Nordrhein-Westfalen, die auf dem Schluchtensteig unterwegs war, fehlt weiterhin jede Spur. Die Polizei veröffentlichte die letzten Aufenthaltsorte.

Von der vermissten jungen Wanderin aus Nordrhein-Westfalen, die auf dem Schluchtensteig unterwegs war, fehlt weiterhin jede Spur. Die Ermittlungen wurden nun an die Polizei in Paderborn übertragen, wo die Mutter der 26-Jährigen am 12. September die Vermisstenanzeige erstattet hatte. Die Paderborner Polizei steht im engen Kontakt zum Polizeipräsidium Freiburg und dem zuständigen Kommissariat in Waldshut-Tiengen.

In Todtmoos verliert sich ihre Spur

In einer gemeinsamen Pressemitteilung informieren das Polizeipräsidium Freiburg und die Paderborner Polizei über den aktuellen Stand. Neben der Öffentlichkeitsfahndung im Südschwarzwald gab es umfangreiche Suchmaßnahmen, bei denen starke Kräfte der Polizei, Bergwacht und Feuerwehr sowie Hundestaffeln, Hubschrauber und Drohnen eingesetzt waren. Zahlreiche Zeugen sind befragt worden.

Auf Basis der Aussagen und der vorliegenden Handy-Daten kann die Reise der jungen Frau bis zum Zeitpunkt des Verschwindens nahezu nahtlos nachvollzogen worden, wie die Polizei berichtet. Besonders wichtig für die Ermittlungen waren die letzten Etappen des Schluchtensteigs. So steht fest, dass die Frau vom Schluchsee nach St. Blasien wanderte. Allerdings übernachtete sie nicht in St. Blasien, sondern fuhr mit dem Bus zum nächsten Etappenziel nach Todtmoos. Sie schlief von Dienstag auf Mittwoch, 8. September, in dem Hotel und fuhr morgens wieder nach St. Blasien, um die Etappe nach Todtmoos auch zu Fuß zu bewältigen.

Nach der zweiten Nacht in dem Todtmooser Hotel brach die 26-Jährige am Donnerstag, 10. September, morgens zur letzten Etappe nach Wehr auf. An diesem Vormittag kaufte sie noch in einem Edeka-Markt ein. Sie verließ das Geschäft und schlug den Weg in Richtung Einstieg zum Schluchtensteig ein. Noch in der Ortschaft Todtmoos verlor sich dann die Spur.

Bislang keine Hinweise, dass sie ihr Ziel erreicht hat

Es gebe bislang keine Hinweise, dass sie ihr Ziel, die Stadt Wehr, erreicht habe. Die Polizeibehörden gehen davon aus, dass die junge Frau auf der letzten Etappe verunglückt ist. Konkrete Anhaltspunkte für eine Straftat liegen nicht vor. Dennoch wird auch diese Option im Rahmen der Ermittlungen nicht außer Acht gelassen. Immer noch gehen insbesondere bei der Polizei in Waldshut-Tiengen Hinweise ein.

Es gab einzelne Suchmaßnahmen an konkreten Örtlichkeiten im Laufe der Woche, ohne weitere Erkenntnisse zu bringen, so die Polizei. Die Polizei steht im Kontakt mit der Familie und Freunden der Vermissten. Alle bislang identifizierten Personen, die während der Wanderung Kontakt zur Vermissten hatten, sind nach Polizeiangaben befragt worden. Möglicherweise gibt es noch weitere Kontaktpersonen, die sich nicht bei der Polizei gemeldet haben. Diese sind aufgefordert, sich bei der Polizei in Waldshut-Tiengen oder Paderborn zu melden.
Die vermisste Frau führt einen auffällig roten Trekking-Rucksack mit. Möglicherweise ist dieser jemanden aufgefallen. Hinweise werden unter 07761/934500 entgegengenommen.