Kreuzretter verjüngen sich

Hansjörg Bader

Von Hansjörg Bader

Mi, 11. Dezember 2019

Wehr

Gruppe hofft, Patenschaften für die Kleindenkmale wieder einführen zu können.

WEHR. Die Wehrer Wegkreuzretter haben die Verantwortung in jüngere Hände abgegeben. Norbert Hauf ist nicht mehr länger Organisator und Koordinator der Gruppe. Ein neues Vierer-Quartett wird zukünftig dessen Aufgaben übernehmen. Das wurde in einer Zusammenkunft aller Helfer offiziell bekannt gegeben. Jüngere interessierte Nachfolger hat man mit Wolfgang Fügle, Richard Marte, Klaus-Dieter Kasprzak und Andreas Wasmer gefunden.

Die Vier sind inzwischen gut eingearbeitet und mit der Materie bereits vertraut. Sie werden gleich nach der Winterpause ihre Arbeit fortsetzen. Auch wenn 2020 keine Kreuze ausgetauscht werden müssen, Renovierungen stehen ständig an, wie eine erste Übersicht kommender Aufgaben zeigt.

Kreuze in gutem Zustand
Insgesamt befinden sich alle Kreuze sowie Gedenk- und Andachtsstätten auf Wehrer Gemarkung in einem guten Zustand, so die Bilanz von Norbert Hauf. Die Gruppe ist ja auch schon seit Jahrzehnten im Einsatz. In dieser Zeit wurde viel getan und geleistet. Aber auch zukünftig gebe es hier genug zu tun, da waren sich alle einig. "Wir werden weiter auf Spenden, die Mithilfe weiterer Bürger und die Unterstützung durch die Stadt und von Handwerksbetrieben angewiesen sein", wie es die Runde formulierte. Und schön wäre es, wenn spontan aus der Bevölkerung heraus mal an dem einen oder anderen Kreuz ein Blumensträußchen abgelegt würde. "Das wäre ein Zeichen der Wertschätzung unserer Arbeit, ein Beitrag zur Kreuzpflege und sicher eine optische Bereicherung." Früher gab es Pflegepatenschaften für die Kreuze, die haben aber heute kaum noch Bestand. Gerne würde die Gruppe wieder Patenschaften eingehen. "Das würde unsere Arbeit erleichtern", so Hauf. Schöne gepflegte Kreuze in Wehr zu haben, das ehrt die ganze Stadt, ihre Bevölkerung und sie tragen zu einem positiven Stadtbild bei.

2006 übernahm Norbert Hauf die Leitung der Wehrer Weg- und Flurkreuzinitiative, kurz auch Kreuzretter genannt. Entstanden ist sie jedoch schon vor 30 Jahren. Damals waren die Wegkreuze, die immer mehr der Verrottung ausgesetzt waren, Thema im katholischen Wehrer Pfarrgemeinderat. Der damalige Pfarrgemeinderat Wolfgang Eschbach fühlte sich angesprochen und begann ein Verzeichnis zu erstellen. Das war der Beginn der Initiative, die bis heute sehr wirksam arbeitet.

Spenden ermöglichen Sanierung

20 total verwitterte Kreuze wurden bislang durch neue ersetzt, weit mehr restauriert oder wieder ansehnlich hergerichtet. Nur durch großzügige Spenden aus der Bevölkerung konnten die anfallenden horrenden Kosten für diese Einsätze gedeckt werden. Was ganz besonders ins Geld geht: die in Blattgold gearbeiteten Christusfiguren. Das ist eine aufwändige Arbeit. Der Dank von Hauf ging an seine langjährigen treuen Mitstreiter Herbert Handwerker, Uwe Kratt, Martin Schmitz und Rolf Trefzger.