Kunstmarkt: Die Wandaktien

Volker Bauermeister

Von Volker Bauermeister

Sa, 22. Mai 2010

Kultur

Der Kunstmarkt zeigt sich in der Krise erstaunlich unbeschädigt und meldet Rekorde.

Das Gefüge der Finanzwelt krachte. September 2008. Es war am Tag, als Lehman Brothers Insolvenz anmeldete. Es war ein denkwürdiges Kunstspektakel, eine Auktion als Performance – und die Kundschaft spielte mit, unter den Wolkentürmen der Bankenkrise. Damian Hirst, nicht mehr ganz junger Young British Artist, der schon mit einer mit Brillanten besetzten Totenschädelskulptur ein Sinnbild der Fusion von Kunst und Mammon verkauft hatte, inszenierte bei Sotheby’s eine One-Man-Show. Umgerechnet 140 Millionen Euro spielte das Spektakel ein. Ein in Formaldehyd eingelegter Hai brachte 9,5 Millionen, ein teilvergoldeter eingelegter Bulle, "Das Goldene Kalb", 10,3 Millionen Pfund. Viel mythisch frisiertes Getier war mit im Spiel, auch eine biblische Taube mit Zweig im Schnabel. Mit seinem Tanz um das Goldene Kalb demonstrierte der Zyniker Hirst, wie es um die Kunst steht. Er hielt dem Betrieb den Spiegel vor und der Welt sein eigenes Spiegelbild als lachender Sieger. Zentrum des Geschehens war die Kasse. Was für ein wunderbares Ding doch der Markt sei, lobte Hirst. Und wurde gar noch zum Propheten. "Der Markt ist größer als alle glauben … Ich liebe Kunst, und das hier beweist, dass ich nicht allein bin, und dass die Zukunft für alle großartig aussieht."

Geschrumpft, doch

auf höchstem Niveau

Alle erwarteten in der Folge den Crash, den Absturz oder Infarkt im Geschäft mit der Kunst. Die Furcht zeigte Wirkung. Man verzeichnete Einbrüche. Aber die Katastrophe blieb aus. Das Kunstgeschäft erstaunlich stabil. Man weiß gar nicht: Ist die so genannte Blase nun geplatzt? Jedenfalls sieht man schon wieder was wachsen. Geschrumpft ist der Markt, wie eine Studie der ...

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