BZ-Interview

Kurator Niggi Ullrich zum Lörracher Fassbinder-Projekt

Michael Baas

Von Michael Baas

So, 07. Januar 2018 um 22:20 Uhr

Kultur

BZ-Plus Seiner Wohngemeinschaft eilte der Ruf einer "Bumsburg" voraus: Rainer Werner Fassbinder war der Wunderknabe des deutschen Films nach 1965. Jetzt würdigt ihn der Lörracher Burghof.

Rainer Werner Fassbinder (1947- 1982) rockte die erstarrte Nachkriegsgesellschaft, rüttelte an der Trennung von privat und öffentlich, provozierte. Seiner Wohngemeinschaft eilte der Ruf einer "Bumsburg" voraus. Inzwischen ist er ins Abseits geraten – jedenfalls hierzulande. Grund, das zu ändern, gibt es genug, findet Burghof-Chef Markus Muffler. Das wagt das Lörracher Haus mit der dreitägigen Veranstaltung "Rainer Werner Fassbinder. Wer sonst!" Michael Baas hat den Kurator Niggi Ullrich zu RWF und dem Versuch eines "Ausnahmezustands" im Burghof befragt.

BZ: RWF war kein Ausbund an Bescheidenheit. "Ich möchte für den Film sein, was Shakespeare für das Theater, Marx für die Politik und Freud für die Psychologie", lautet eine seiner Maximen. Erfüllt er diesen Anspruch im Rückblick?
Ullrich: Für den deutschen Film und das deutsche Fernsehen in jedem Fall. Die Verfilmung von Döblins Roman "Berlin Alexanderplatz" ist ein Meisterwerk. Bedenkt man, dass Fassbinder-Filme in Frankreich nach wie vor Renner sind, zeigt das auch, dass er zu den zehn wichtigsten Vertretern des europäischen Films der späten 60er- und 70er-Jahre gehört.
BZ: Dennoch ist er bei uns ins Abseits geraten. Was macht ihn noch spannend: ...

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