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kna

Von kna

Mo, 30. Dezember 2019

Südwest

Säure in Tanzlokalen — Bußgeld für Forscher — Akw abgeschaltet — Antisemitische Parole — Gemeinde angegriffen

LAHR

Säure in Tanzlokalen

In der Nacht auf Samstag wurde in zwei Tanzclubs in Lahr übelriechende Buttersäure versprüht. Mehrere Besucher der beiden Clubs erlitten laut Polizei Reizungen der Bindehäute und der Atemwege. Rund 500 Personen mussten in Sicherheit gebracht werden, fünf von ihnen wurden in Krankenhäuser eingeliefert. Am frühen Samstagmorgen wurden drei Tatverdächtige festgenommen, zwei kamen wenig später wieder frei, gegen einen 26 Jahre alten Mann aus Oberschopfheim erging Haftbefehl. Dieser wurde gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt.

ILLEGALE TIERVERSUCHE

Bußgeld für Forscher

Zwei Krebsforscher haben nach Experimenten mit Mäusen am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg Bußgeldbescheide erhalten. Die Bußgelder lägen im dreistelligen Bereich, teilte das Regierungspräsidium Karlsruhe als Genehmigungsbehörde mit. Die Wissenschaftler hätten eine Verlängerung eines Experiments mit Mäusen um sechs Wochen nicht ordnungsgemäß angezeigt. Sie arbeiten nicht mehr am DKFZ. Bei dem Versuch sollte die Wirksamkeit einer Virentherapie gegen das besonders bösartige Ewing-Sarkom an Mäusen untersucht werden. Nach Angaben des DKFZ werden in Deutschland jährlich etwa 2,8 Millionen Tiere – meist Mäuse und Ratten – für wissenschaftliche Versuche eingesetzt.

LEIBSTADT

Akw abgeschaltet

Am Samstagmorgen ist das Atomkraftwerk Leibstadt in der Schweiz nach Angaben des Betreibers wegen einer technischen Störung im nichtnuklearen Bereich abgeschaltet worden. Wann die Anlage wieder hochgefahren werden kann, ist unklar. Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) teilte mit, dass der Schutz von Mensch und Umwelt zu jeder Zeit gewährleistet gewesen sei. "Die Anlage befindet sich in einem sicheren Zustand", schreibt das Ensi weiter. Im April und im Mai war es bereits zu zwei Schnellabschaltungen in Leibstadt gekommen.

SCHRAMBERG

Antisemitische Parole

Unbekannte haben in der Nacht auf Samstag in Schramberg eine Betonwand vor dem Haupteingang eines Lebensmittelmarktes beschmiert. Mit einem schwarzen Filzstift war die antisemitische Parole "Kauft nicht bei Juden ihr Assis!" aufgeschrieben worden. Eine gleiche Textpassage war bereits in der Nacht vom 12. auf den 13. November an der gleichen Örtlichkeit festgestellt worden. Bei dem Satz handelt es sich um ein Zitat aus den Zeiten der Verfolgung jüdischer Geschäftsleute in den Jahren der Nazi-Diktatur.
TÜBINGEN

Gemeinde angegriffen

Das Gebäude der Freikirche "Tübinger Offensive Stadtmission" (TOS) und deren Kleintransporter sind Ziel eines Angriffs geworden. Wie Heinz Reuss vom Pastorenteam der TOS am Samstag auf Anfrage mitteilte, geht die Gemeinde von einem gezielten und geplanten Anschlag aus. Darauf deuteten Videoaufnahmen hin, die vermummte Personen zeigen. Die Polizei hat Ermittlungen wegen des Verdachts der Brandstiftung und der Sachbeschädigung aufgenommen. Noch sei nicht geklärt, wer die Täter seien, allerdings habe es in den letzten Monaten und Jahren bereits "einige Vorfälle" von linksextremer Seite gegen die Gemeinde gegeben, so Reuss. Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) verurteilte den Anschlag auf seiner Facebook-Seite am Samstag als "feige und verachtungswürdig".