Strenge Regeln

Lahr will Waffenbesitzer unangekündigt kontrollieren

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 29. September 2021 um 17:00 Uhr

Lahr

Seit dem Amoklauf von Winnenden ist es möglich, Waffenbesitzer verdachtsunabhängig zu kontrollieren – was noch nicht überall gemacht wird. Die Stadt Lahr aber kündigt nun solche Kontrollen an.

Die Stadt Lahr wird künftig in Lahr und Kippenheim unangekündigt kontrollieren, ob Besitzer von Waffen und Munition die gesetzliche Aufbewahrungspflicht einhalten. Das teilt die Verwaltung in einer Pressemeldung mit. Wer Waffen und Munition besitzt, hat die erforderlichen Vorkehrungen zu treffen, um zu verhindern, dass diese Gegenstände abhandenkommen oder Dritte sie unbefugt an sich nehmen. Hierzu ist es erforderlich, die Waffen stets verschlossen in den dafür zugelassenen Behältnissen mit entsprechender Sicherheitsstufe aufzubewahren. Schusswaffen und dazu passende Munition müssen getrennt voneinander aufbewahrt werden, teilt die Stadtverwaltung mit.

Die Kontrollen sind gebührenpflichtig

Um überprüfen zu können, ob die Waffenbesitzer ihrer gesetzlichen Pflicht nachkommen, kontrolliert der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) regelmäßig die sorgfältige Aufbewahrung, was auch verdachtsunabhängig möglich ist. Bisher seien diese Kontrollen angekündigt worden. Künftig werde dies anders gehandhabt. Die Erstkontrollen nach Erteilung der waffenrechtlichen Erlaubnis werden laut Stadt nach wie vor angekündigt, Folgekontrollen finden ohne vorherige Terminabsprache statt. "Das ist notwendig, um Fällen von nachlässiger Aufbewahrung wirkungsvoller entgegentreten zu können", heißt es.

Bereits eine geringe Unachtsamkeit bei der Waffenaufbewahrung könne die öffentliche Sicherheit und Ordnung nachhaltig beeinträchtigen. Die Kontrollen sind gebührenpflichtig: Für die Überprüfung der sicheren Aufbewahrung von erlaubnispflichtigen Schusswaffen und Munition werden 14 Euro je angefangener Viertelstunde berechnet. Je nach Schwere kann bereits ein einmaliger Verstoß gegen die gesetzliche Aufbewahrungspflicht zum Entzug der waffenrechtlichen Erlaubnis führen, heißt es abschließend.

Mehr zum Thema: