Aktion Weihnachtswunsch

Die BZ-Weinprobe in Lahr führt von Durbach nach Sizilien

Mark Alexander

Von Mark Alexander

So, 01. Dezember 2019 um 19:55 Uhr

Lahr

Die 42. BZ-Weinprobe am Samstag stand im Zeichen der deutsch-italienischen Freundschaft. Der Erlös fließt für soziale Zwecke wieder in die 44. BZ-Aktion Weihnachtswunsch.

Die Adventszeit beginnt in Lahr mit der BZ-Weinprobe. Am Samstag kamen wieder 120 Gäste zu der Traditionsveranstaltung ins E-Werk, die diesmal im Zeichen der deutsch-italienischen Freundschaft stand. Neben guten Tropfen stand wieder die gute Tat im Vordergrund, denn der gesamte Erlös fließt in die BZ-Weihnachtsaktion.

Das Konzept
Menschen, die in Gegenden mit gutem Wein aufwachsen, sind besonders glücklich. Das wusste schon Leonardo da Vinci. Daran erinnert der Lahrer Redaktionsleiter Christian Kramberg zu Beginn. Den Badenern (und den Italienern) kann es so schlecht also nicht gehen. "Und wenn man dann noch andere glücklich machen kann, denen es nicht ganz so gut geht, dann kann es nichts Besseres geben", sagt Kramberg. Dieses Ziel verfolgt die BZ-Weihnachtsaktion, die in diesem Jahr in die 44. Runde geht. Der Erlös der Weinprobe fließt in diesen Spendentopf. Er kommt somit Menschen zugute, die in finanzielle Notlagen geraten sind. Außerdem werden soziale Projekte unterstützt. Und der Erlös kann sich sehen lassen. Durch Eintrittsgelder, Spenden und Losverkauf kommt ein hoher vierstelliger Betrag zusammen.

Das Stadtoberhaupt
Einen Tag zuvor hat er ihm noch die Ehrenbürger-Urkunde überreicht, am Samstag können sie gemeinsam darauf anstoßen: der neue Oberbürgermeister Markus Ibert und dessen Vorgänger, der frisch geehrte Wolfgang G. Müller. Ibert lobt die Spendenkultur in Lahr, geht beim Loskauf mit gutem Beispiel voran. "Ich würde mich über einen Duschkopf freuen", sagt er vor der Verlosung. Vor der OB-Wahl hatte der Wallburger versprochen, im Fall eines Erfolgs nach Lahr zu ziehen. "Und ein Duschkopf wäre da doch ein Anfang." Zwei Stunden später fährt Ibert gleich mit zwei Duschsystemen nach Hause. Wenn das mal keine Umzugshilfe ist.

Die Weine
Eine deutsch-italienische Freundschaft liefert den Rahmen für die Weinverkostung. Einheimische Winzer sind für die weißen, italienische Weingüter für die roten Tropfen zuständig. Die Weinreise führt von Durbach über den Kaiserstuhl und das Markgräflerland bis nach Sizilien und wird von Weinhändler- und berater Michael Sackmann und der Breisgauer Weinprinzessin Lisa Bader aus Hugsweier begleitet. Den passenden Einstieg mit dezenter Säure und kräftigem Körper liefert ein Gutedel vom Weingut Lämmlin-Schindler aus Mauchen. Die Station Durbach wird von mehreren Beobachtern hervorgehoben. Denn der Riesling Achat aus dem Weingut Andreas Laible überzeugt mit einem ausgewogenen Säurespiel, kommt knackig und sehr gehaltvoll daher. Ein Weißwein aus einem kleinen Weingut, der mit den großen Tropfen mithalten kann. Mit dieser Einschätzung steht Sackmann nicht allein da. "Ein Allrounder, der zu vielen Speisen passt", lobt Sackmann den Grauburgunder Spätlese vom Weingut Mößner-Burtsche aus Köndringen. Auch der Weißburgunder vom Weingut Arndt Köbelin aus Eichstetten bleibt in Erinnerung. Der Vanilleton durch die Reifung im Eichenfass gibt ihm eine besondere Note. Unter den italienischen Rotweinen sticht für mehrere Beobachter der Valpolicella Ritocco aus Verona mit seinem runden, nachverlangenden Charakter heraus. Sackmanns Erläuterungen zu den Weingütern sind ebenfalls eine runde Sache, auch weil er ohne Trinksprüche auskommt.
Die verkosteten Weine

» 2017er Markgräfler Gutedel Alte Reben (Weingut Lämmlin-Schindler, Mauchen)
2017er Ortenauer Riesling Achat
(Weingut Andreas Laible, Durbach)
» 2017er Breisgauer Grauburgunder Spätlese (Weingut Mößner-Burtsche, Köndringen)
2018er Kaiserstühler Weißburgunder (Weingut Arndt Köbelin, Eichstetten)
» 2017er Toskana Chianti Colli Senesi
(Weingut Fattoria Casabianca, Murlo)
2015er Abruzzen Montepulciano d’Abruzzo Riserva Rubesto (Weingut Frentana, Rocca San Giovanni)
» 2016er Venetien Valpolicella Ritocco (Weingut Cantina Valpantena, Verona)
2016er Sizilien Syrah (Weingut Masseria del Feudo, Caltanissetta)


Die Musik
66 Jahre alt ist der Musiker noch keine und griechischer Wein steht am Samstag auch nicht auf dem Tisch. Dennoch untermalt Martin Glönklers Hommage an Udo Jürgens die Weinprobe passend. Die Songauswahl überlässt der Freiburger Künstler dem Publikum. Egal ob "Aber bitte mit Sahne" oder "Der gekaufte Drachen" (ein Wunsch Wolfgang G. Müllers) – Glönklers Repertoire erscheint unerschöpflich und beschränkt sich im Lauf des Abends längst nicht auf Udo Jürgens. Flink an den Tasten, locker im Auftreten und mit unaufdringlicher Musikuntermalung liefert er die richtige Begleitung.

Der Rahmen
Fast schon wie zu Hause dürften sich einige Stammgäste fühlen, wenn sie zur Weinprobe den Saal des E-Werks betreten. E-Werk-Chef Ulrich Kleine spricht dann auch von einer "eingeschworenen Gemeinschaft", von einer Traditionsveranstaltung. Den kulinarischen Rahmen liefert seit einigen Jahren Martin Feger vom Gasthaus Grüner Baum in Burgheim, er serviert unter anderem einen winterlichen Blattsalat mit eingelegtem Kürbis und Roastbeef mit Zitronen-Kartoffelgnocchi, Gemüse und Barberajus.

Die Preise
Mehr als 1000 Lose, mehr als 100 Preise – die reichlich bestückte Tombola erfreut sich wie jedes Jahr großer Beliebtheit. Auch diesmal sind die Lose ruck zuck vergriffen. Als Hauptpreis winkt ein E-Bike im Wert von 2500 Euro. Es geht an Juwelier Manfred Spinner, der es nicht selbst in Empfang nehmen kann. Er ist kurz zuvor nach Offenburg geeilt, weil es einen Einbruchsversuch in seiner Filiale gegeben hat. Dass der Abend für den Juwelier dennoch mit einer guten Nachricht endet, ist eine schöne Randnotiz.

Eine Bildergalerie gibt es unter http://mehr.bz/weinprobe2019

Dank an Sponsoren, Spender und Unterstützer

Eine BZ-Weinprobe könnte nicht auf diese Weise ausgerichtet werden, wenn es nicht Jahr für Jahr Spender, Sponsoren und Unterstützer gebe, die zum Gelingen der Veranstaltung beitragen. Das beginnt mit dem E-Werk Mittelbaden, dass nicht nur seit vielen Jahren das Foyer und die Infrastruktur zur Verfügung stellt, sondern auch Personal. Stellvertretend ist das Hausmeisterteam mit Martin Jeske, Thorsten Zimmermann und Wolfgang Lutterer genannt. Die Firma Llombart hat in diesem Jahr die besprochenen Weine spendiert, den Sekt zum Apero die WG Kippenheim-Mahlberg-Sulz und den Tischwein das Lahrer Weingut Wöhrle – seit jeher mit Hans Wöhrle, der auch an diesem Abend wieder im Hintergrund ein wichtiger Helfer war, ein unverzichtbarer Partner. Von Seiten der Badischen Zeitung sind es vor allem Christian Merkle, Melanie Stöhr und Janis Adam vom Regionalverlag, das Promotorenteam und das Lahrer BZ-Sekretariat mit Rita Wilhelm an der Spitze, die im Vorfeld und am Abend viel Arbeit leisten. Verlässliche und langjährige Partner sind die SWEG, die Volksbank Lahr und die Sparkasse Offenburg/Ortenau, die wesentlich zur Tombola beitragen. Den Hauptpreis – ein E-Bike im Wert von 2500 Euro – hat in diesem Jahr die Firma Link Radquadrat aus Gengenbach zur Verfügung gestellt. Es gab darüber hinaus wieder viele Firmen und Privatpersonen, die die Tombola bestückten, stellvertretend genannt sind die Firmen Oscar Weil, Cigarren-Manufaktur Herr Lehmann, Schrempp EDV, Forum Kino, Europa-Park und Edeka Kohler.
Die Spendenkonten

Volksbank Lahr: BIC: GENODE61LAH, IBAN: DE72 68290000 0001 2222 01
Sparkasse Offenburg/Ortenau: BIC: SOLADES1OFG,
IBAN: DE85 66450050 0076 000555