Land will Lockdown vermeiden

Max Schuler und Joshua Kocher

Von Max Schuler & Joshua Kocher

Mi, 16. September 2020

Südwest

Corona-Zahlen in der Region.

. Um die Pandemielage im Land einordnen und eine mögliche zweite Corona-Welle verhindern zu können, hat das Kabinett am Dienstag einen Drei-Stufen-Plan beschlossen, der auf der sogenannten 7-Tage-Inzidenz basiert. Sie zeigt an, wie viele Neuinfektionen innerhalb einer Woche und pro 100 000 Einwohnern gemeldet wurden.

Wenn sie in einem Land- oder Stadtkreis an sieben Tagen hintereinander den Schwellenwert von 35 überschreitet, tritt die kritische Phase ein und das Land empfiehlt verstärkte Schutzmaßnahmen. Dazu zählt zum Beispiel das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auch im Schulunterricht, eine Betriebsbegrenzung für Gaststätten auf die Außengastronomie oder eine Einschränkung der Personenzahl in Einzelhandelsgeschäften. Ein erneuter Lockdown soll so vermieden werden.

Blickt man auf die Situation zwischen Lörrach und Offenburg, kommt derzeit der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald diesem Schwellenwert am nächsten. Die 7-Tage-Inzidenz lag laut Landesgesundheitsamt am Dienstag bei 22,8. Vor einem Monat lag dieser Wert noch bei sechs. Vor allem Reiserückkehrer trugen dazu bei, dass die Zahl der täglichen Neuinfektionen zuletzt wieder gestiegen ist. Ein weiterer Infektionstreiber war der Corona-Ausbruch in einer Caritas-Werkstätte in Heitersheim. Dort hatten sich mindestens 22 Menschen mit und ohne Behinderung mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Werkstätte ist seit dem 8. September geschlossen.

Das Infektionsgeschehen im Kreis ist jedoch differenziert zu betrachten – was auch mit seiner vielschichtigen Landschaft zusammenhängt, die von der Rheinebene bis zum Feldberggipfel reicht. So zeigten die jüngsten Zahlen, dass in den Schwarzwaldgemeinden so gut wie keine aktiven Infizierten mehr vorhanden sind. Die übrigen südbadischen Kreise liegen aktuell deutlich unter dem kritischen Wert. In der Stadt Freiburg wurden in der vergangenen Woche 12,6 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner gemeldet, im Kreis Emmendingen 8,4, in der Ortenau 5,1, im Kreis Lörrach 5,7 und im Kreis Waldshut 4,1.