Coronavirus

Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald hat die niedrigste 7-Tage-Inzidenz in Südbaden

Max Schuler, Dorothee Philipp

Von Max Schuler & Dorothee Philipp

Fr, 22. Januar 2021 um 19:50 Uhr

Südwest

53,1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen gibt es aktuell im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald – der Kreis liegt damit nur ganz knapp über dem wichtigen Schwellenwert 50.

53, 1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner: Der Kreis Breisgau-Hochschwarzwald hat die niedrigste 7-Tage-Inzidenz pro 100 .000 Einwohner in Südbaden – und die von der Bundeskanzlerin ausgerufene Zielmarke von 50 fast erreicht.

Die Corona-Verordnung gilt auch bei einem Wert unter 50 weiter

Die ganze Republik arbeitet auf diesen Wert hin. Doch wenn ein Landkreis diesen erreicht, ändert sich für die Bürger zunächst einmal: nichts. Die Corona-Verordnung des Landes gilt mit all ihren Einschränkungen des öffentlichen Lebens auch dann, wenn die 7-Tage-Inzident pro 100. 000 Einwohner im Landkreis unter 50 liegt.


"In dieser Woche haben die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten der Länder einvernehmlich beschlossen, den derzeitigen Lockdown – unabhängig von den Inzidenzen einzelner Landkreise oder Städte – bis Mitte Februar zu verlängern", teilt der Sprecher des Sozialministeriums, Florian Mader, auf BZ-Nachfrage mit. Lockerungen seien daher nicht im Gespräch. Hintergrund der Verlängerung der Maßnahmen sei vor allem das Auftauchen aggressiver Virusvarianten, Mutationen aus England und Südafrika. "Wir müssen unbedingt verhindern, dass sich diese flächendeckend rasant bei uns ausbreiten – andernfalls kann es wie etwa in Irland passieren, dass die derzeit leicht sinkenden Inzidenzwerte binnen weniger Tage explosionsartig nach oben schießen", so Mader.

Es gibt derzeit allerdings auf Landesebene eine Diskussion, ob möglicherweise die ersten und zweiten Klassen in den Grundschulen bereits Anfang Februar zum Präsenzunterricht zurückkehren sollen. Eine Rolle könnte dabei der Inzidenzwert spielen. Ob allerdings der Wert des Landes entscheidend ist oder der einzelner Landkreise, darüber soll in der kommenden Woche debattiert werden.

Kontaktnachverfolgung von Infizierten wieder im Griff

So niedrig wie derzeit waren die Inzidenz-Werte im Landkreis zuletzt im Oktober vergangenen Jahres. Der Leiter des Gesundheitsamtes Breisgau-Hochschwarzwald, Oliver Kappert, betonte in dieser Woche, dass man die Kontaktnachverfolgung von Corona-Infizierten im Landkreis und der Stadt Freiburg wieder im Griff habe. Möglicherweise habe die starke Betroffenheit der Region in der ersten Welle zu einer höheren Wachsamkeit und zur besseren Einübung entsprechender Maßnahmen bei allen Akteuren geführt, sagt Kappert.

Seit Freitag wird in Müllheim geimpft – eine Elzacherin war die Erste

Planmäßig startete der Betrieb im Müllheimer Kreisimpfzentrum. Am Freitagnachmittag wurde dort der Biontech-Impfstoff gegen Covid-19 verabreicht. Den Termin für die allererste Impfung hatte Berta Bayer ergattern können. Sie war von ihrem Sohn aus ihrem Wohnort Elzach nach Müllheim gebracht worden. "Ich bin hier sehr gut versorgt worden, lobte sie im Gespräch mit der BZ. Um 15.40 Uhr war sie bereits wieder auf dem Heimweg.

Für die Terminvergabe hatte allerdings fast die ganze Familie gearbeitet. Die Schwiegertochter habe ab dem Zeitpunkt, an dem die Telefonhotline erreichbar war, etwa 30 bis 40 Versuche gestartet, auch die Enkelin habe sich ans Telefon gesetzt. Den zweiten Impftermin am 12. Februar kann Berta Bayer im Kreisimpfzentrum in Kenzingen im Landkreis Emmendingen, das näher an Elzach liegt, wahrnehmen.

Zunächst werden im Kreisimpfzentrum etwa 100 Impfungen pro Tag möglich sein. Sobald das Land neuen Impfstoff liefert, kann die Kapazität hoch gefahren werden. Die letzte Information aus dem Landratsamt lautete, dass für die nächsten Wochen alle Termine vergriffen sind. Sobald wieder neue Impftermine in großer Zahl zur Verfügung stehen, wolle das Amt dies öffentlich bekannt machen.



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