Neu im Kino

"Lara" ist das Psychogramm eines verfehlten Lebens

Gabriele Schoder

Von Gabriele Schoder

Mi, 06. November 2019 um 19:50 Uhr

Kino

BZ-Plus Das Porträt einer bösen Frau, die einem trotzdem ans Herz wächst: Jan-Ole Gersters Drama "Lara" ist ein großartiger Film für die große Corinna Harfouch.

Sie ist zweifellos die deutsche Meisterin in der Darstellung wunschlos unglücklicher Frauen. Und eine Virtuosin des Minimalismus: Corinna Harfouch, die im Oktober vor 65 Jahren im thüringischen Suhl zur Welt kam, braucht kein Overacting, sie muss nicht einmal die Stimme erheben, um den Schmerz hinauszuschreien über die unheilbaren Verletzungen des Lebens. Bei ihr ist der Flächenbrand aus Wut und Enttäuschung ein kaltes Feuer, das seine zerstörerische Kraft ohne Brandblasen entfaltet; sie kann mit einer kleinen Verhärtung der Oberlippe so viel wilde Wucht zeigen wie andere in hysterischer Raserei – und mit einem einzigen schmalen Blick die tiefste Verachtung gegenüber sich selbst und der ...

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