Zu hoch im Schwarzwald

Lastwagen folgt Navi und rammt nagelneue B31-Brücke bei Löffingen

Peter Stellmach

Von Peter Stellmach

Mo, 29. März 2021 um 15:49 Uhr

Löffingen

Die B31-Umleitung sollte den Verkehr von den Betonarbeiten an den neuen Brücken fernhalten. Doch ein Sattelzug folgte wohl dem Navi. Der Schaden könnte in die Hunderttausende gehen.

25.000 Euro Schaden – oder mehrere hunderttausend Euro – und ein ganz empfindlicher Rückschlag für den dreistreifigen Ausbau der Bundesstraße 31? Auf diese Frage wird es erst nach Ostern eine Antwort geben, sagt Matthias Henrich, der Sprecher des Regierungspräsidiums Freiburg. Erst muss ein Statiker seine Arbeit machen. Denn auf einer der Brückenbaustellen der B31 ist ein Sattelzug gegen das Bauwerk gefahren.

Umleitung sollte Betonarbeiten schützen

Bei zwei Brücken, die nicht weit von Löffingen in Fahrtrichtung Rötenbach darunter verlaufende Wirtschaftswege queren, sollte nach der Verbreiterung der Überbau betoniert werden. Dazu wurde von Freitagabend bis Montagmorgen der Verkehr in beide Fahrtrichtung umgeleitet. So wollte man vorbeugen, dass Erschütterungen die Qualität der Betonierarbeiten beeinträchtigen.

Es lief alles gut, der Verkehr Richtung Donaueschingen fuhr über Rötenbach nach Löffingen, die Gegenrichtung nahm die Umleitung über Dittishausen, Unterbränd, Oberbränd nach Neustadt. So weit so gut, wenn man von der Belastung der Ortschaften durch viel Durchgangsverkehr absieht.

Laster folgt Navi

Dann, am Sonntagnachmittag, die Aufregung: Der Fahrer eines Sattelzugs lenkte sein Gespann von der B31 Richtung Dittishausen. In der Ölekurve jedoch, der Haarnadel auf halber Strecke, bog er links ab und fuhr weiter in Richtung der Wallfahrtskirche Witterschnee. Nach Polizeiangaben folgte er den Angaben des Navigationsgeräts. Dabei vertraute er der Richtungsweisung so sehr, dass er mehrere Durchfahrtsverbote ignorierte – bis er mit dem Aufbau seines Aufliegers in der massiven Innenkonstruktion einer Brücke hängenblieb. Es war ausgerechnet eine der beiden Brücken, die gerade im Bau waren und deren frischer Beton nicht erschüttert werden durften.



Der Aufbau des Sattelzugaufliegers wurde dabei schwer beschädigt, die Polizei gibt einen wirtschaftlichen Totalschaden in Höhe von 25.000 Euro an. Das Fahrzeug musste mittels einer aufwendigen Bergung aus dem Baustellengerüst herausmanövriert werden.

Muss die Brücke abgerissen werden?

Der Schaden am Baustellengerüst wird gegenwärtig auf 5000 Euro geschätzt. Sollte der Statiker, der den Unfallort in Augenschein nimmt, bei seinen Untersuchungen und Berechnungen jedoch feststellen, dass die neue Brücke etwas abbekommen hat, könnte sich der Schaden möglicherweise auf mehrere Hunderttausend Euro erhöhen.

Ob die Brücke dann teils oder ganz abgerissen und neu gebaut werden müsste, war am Montag nicht zu erfahren, für eine verlässliche Auskunft dazu war es zu früh, "das wäre Spekulation", äußerte RP-Sprecher Henrich. Das gilt auch für die Frage, ob sich aus dem Vorfall langwierige Verzögerungen für den Ausbau der Bundesstraße ergeben könnten.

Der Verkehr auf der Bundesstraße 31 kann seit Montagmorgen wieder reibungslos fahren, auch über die beiden Brücken.