Sattelzug auf Abwegen

Peter Stellmach

Von Peter Stellmach

Di, 30. März 2021

Löffingen

Hunderttausende Euro Schaden an B-31-Brücke möglich / Fahrer verlässt Umleitung und fährt sich dort fest, wo er nicht hin sollte.

25 000 Euro Schaden oder mehrere hunderttausend Euro und ein ganz empfindlicher Rückschlag für den dreistreifigen Ausbau der Bundesstraße 31? Das wird sich erst nach Ostern klären, sagt Matthias Henrich, der Sprecher des Regierungspräsidiums Freiburg. Erst muss ein Statiker seine Arbeit machen. Denn auf einer der Brückenbaustellen der B 31 ist ein Sattelzug gegen das Bauwerk gefahren.

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Bei zwei Brücken, die nicht weit von Löffingen in Fahrtrichtung Rötenbach darunter verlaufende Wirtschaftswege queren, sollte nach der Verbreiterung der Überbau betoniert werden. Dazu wurde von Freitagabend bis Montagmorgen der Verkehr in beide Fahrtrichtung umgeleitet. So wollte man vorbeugen, dass Erschütterungen die Qualität der Betonierarbeiten beeinträchtigen. Es lief alles gut, der Verkehr Richtung Donaueschingen fuhr über Rötenbach nach Löffingen, die Gegenrichtung nahm die Umleitung über Dittishausen, Unterbränd, Oberbränd nach Neustadt. So weit so gut, wenn man von der Belastung der Ortschaften absieht.

Dann, am Sonntagnachmittag, die Aufregung: Der Fahrer eines Sattelzugs lenkte sein Gespann von der B 31 Richtung Dittishausen. In der Ölekurve jedoch, der Haarnadel auf halber Strecke, bog er links ab und weiter in Richtung der Wallfahrtskirche Witterschnee, nach Polizeiangaben folgte er den Angaben des Navigationsgeräts. Dabei vertraute er der Richtungsweisung so sehr, dass er mehrere Durchfahrtsverbote links liegen ließ – bis er mit dem Aufbau seines Aufliegers im massiven Innengerüst einer Brücke hängenblieb. Es war ausgerechnet eine der beiden Brücken, die gerade im Bau waren und nicht erschüttert werden durften.

Der Aufbau des Sattelzugaufliegers mit Kühlaggregat wurde dabei schwer beschädigt, die Polizei gibt einen wirtschaftlichen Totalschaden in Höhe von 25000 Euro an. Das Fahrzeug musste mittels einer aufwendigen Bergung aus dem Baustellengerüst herausmanövriert werden.

Der Schaden am Baustellengerüst wird gegenwärtig auf 5000 Euro geschätzt. Sollte der Statiker, der den Unfallort in Augenschein nimmt, bei seinen Untersuchungen und Berechnungen jedoch feststellen, dass die neue Brücke etwas abbekommen hat, könnte sich der Schaden möglicherweise auf mehrere Hunderttausend Euro erhöhen.

Ob die Brücke dann teils oder ganz abgerissen und neu gebaut werden müsste, war am Montag nicht zu erfahren, für eine verlässliche Auskunft dazu war es zu früh, "das wäre Spekulation", äußerte RP-Sprecher Henrich. Das gilt auch für die Frage, ob sich aus dem Vorfall langwierige Verzögerungen für den Ausbau der Bundesstraße ergeben könnten.

Der Verkehr auf der Bundesstraße 31 kann seit Montagmorgen wieder reibungslos fahren, auch über die Brücke.