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Lernen ist Beziehungsarbeit

  • Di, 26. Mai 2020
    Bad Krozingen

BZ-Plus So haben Lehrerinnen der verschiedenen Schultypen im Südlichen Breisgau die Corona-Zeit erlebt.

Kristina Bosse  | Foto: Privat
Kristina Bosse Foto: Privat
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. Nach den Pfingstferien soll an den Schulen nach acht Wochen Fernunterricht wieder ein wenig Alltag einkehren. Wie haben Lehrkräfte aus verschiedenen Schulen diese Zeit erlebt, was war gut, was nicht so einfach – und was werden sie mitnehmen aus dieser Zeit für ihren Unterricht nach Ende der Krise? Kristina Bosse, Max- Planck-Realschule Bad Krozingen "Es war eine Hau-Ruck-Aktion, dieser Start in den Fernunterricht", sagt Kristina Bosse von der Max-Planck-Realschule in Bad Krozingen. Aber: "Es hat echt Spaß gemacht am Anfang. Ich bin Englischlehrerin, und es gibt ideale Angebote online zu entdecken: neben Erklärfilmen auf YouTube und Videokonferenzen auf Jitsi auch Lernspiele mit Kahoot, dann Padlet, eine Art digitaler Pinnwand, und Aufgaben auf der Lernplattform des Landes, moodle." Sie habe online Vokabeltests schreiben lassen, und viele Schüler hätten es spannend gefunden, mit dem Computer etwas für die Schule zu machen. Nach und nach wurde dann aus der Euphorie des Neuen Normalität. Aber es fehlte doch etwas: "Lernen ist Beziehungsarbeit. Wenn die Beziehung gut läuft, ist das eine gute Basis. Und dieser persönliche Bezug, der hat den Schülern am meisten gefehlt, das ist was ganz besonderes, und das kann wahrscheinlich ein digitaler Unterricht nicht ganz ersetzen." Dennoch glaubt Kristina Bosse, die seit drei Jahren in Bad Krozingen arbeitet, dass sie einiges aus dem digitalen Unterricht weiter nutzen wird. "Eine Mischform wäre einfach was Gutes, und darauf wird es wohl auch hinauslaufen." Simone Müller, Alemannen-Grundschule Hartheim "Es war ein merkwürdiges Gefühl, plötzlich nicht mehr in die Schule kommen zu können." Simone Müller unterrichtet seit 2006 Deutsch, Mathe und Sachkunde. Vor der Schulschließung hatte sie das gesamte Wochenende Pläne und Lernmaterial zusammengestellt. Die Alemannen-Grundschule in Hartheim setzte dabei ebenso wie Münstertal auf analoge Angebote, auf Umschläge mit schriftlichen Aufgaben, die abgeholt und wieder zur Schule gebracht wurden. "Ich bin ja Lehrerin geworden, weil ich gern mit Kindern arbeite", sagte sie, "und dann saß ich da und erstellte Material und hoffte, dass es ansprechend ist für die Kinder." Was denen am meisten fehlte, so beobachtete sie, war die persönliche Einführung eines neuen Themas durch die Lehrerin und das gemeinsame Arbeiten. Und natürlich soziale Kontakte, etwas zusammen mit den anderen Kindern zu machen. Das Kollegium habe besonders darauf geachtet, Gruppen von Kindern zu bilden, denen das Lernen zuhause ein wenig schwerer fällt; teilweise seien die Elternhäuser gar nicht ausgestattet, um beim digitalen Unterricht mithalten zu können. "Ich bin sehr gespannt, nach Pfingsten herauszufinden, was wirklich der Leistungsstand ist. Was haben die Kinder eigentlich erarbeiten können? Ehrlich gesagt: Ich kann nicht sagen, ob es bei allen geklappt hat." Simone Müller ist den Eltern dankbar für ihr Verständnis und ihre Unterstützung und hofft auf Rückmeldungen von ihnen und von den Kindern, "positiv wie negativ um zu wissen, da können wir weitermachen und das können wir verbessern."

Dagmar Möller,
Faust-Gymnasium Staufen
Freitag, der 13. März: Das Kultusministerium verfügt die Schließung aller Schulen ab 17. März. Ein Wochenende und noch ein gemeinsamer Tag müssen für alle, Schüler wie Lehrkräfte, reichen, um sich auf die neue ...

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