Mehr Transparenz bei den Kosten für Flüchtlinge

Dieter Arnold

Von Dieter Arnold (Teningen)

Mi, 23. September 2020

Leserbriefe

Zu: "Kretschmann bietet Hilfe nach Brand in Moria an", Beitrag von Jan Dörner und Jan Sellner (Politik, 10. September)
Sicherlich lässt niemanden das Schicksal dieser Flüchtlinge im Lager Moria kalt. Auch die Badische Zeitung berichtet sehr ausführlich über diese tragischen Vorfälle. Viele Politiker und Bürgermeister sprechen sich aus humanitären Gründen für eine Hilfe für diese Flüchtlinge aus. Da werden unterschiedliche Zahlen genannt, wie viele Flüchtlinge Europa oder Deutschland oder einzelne Städte aufnehmen sollten.

Was mich allerdings sehr wundert: Wenn irgendeine Baumaßnahme geplant oder ein soziales Projekt vorgeschlagen wird, rechnen sofort alle Verantwortlichen und Medien genau vor, welche Summe da auf den Steuerzahler zukommt. Bei der geplanten Flüchtlingsaufnahme: kein Wort über die Kosten! Jeder Flüchtling bei uns in Deutschland kostet den Steuerzahler monatlich etwa 2500 Euro, also rund 30 000 Euro pro Jahr. Auch die BZ hat vor einiger Zeit beim Mordfall Maria Ladenburger vorgerechnet, dass der damals als (vorgetäuscht) unbegleitete minderjährige Flüchtling Hussein K. pro Monat mit 5000 Euro vom Staat finanziert werden musste. Das Institut der Deutschen Wirtschaft rechnet mit wesentlich höheren Zahlen. Kein Wunder, dass Entwicklungshilfeminister Gerd Müller, der jetzt den Rückzug ankündigte, sagte: "Das Geld wäre in den Herkunftsländern besser angelegt."

Ich möchte recht verstanden werden: Wenn wir aus humanitären Gründen Flüchtlinge aufnehmen, wäre es gerade in dieser Zeit der – wegen Corona – hohen Verschuldung des Staates einfach aus Gründen der Transparenz angebracht, auch über die Kosten unserer Hilfe zu informieren. Wenn wir es stemmen, sollten uns hohe Kosten nicht vom humanitären Handeln abhalten. Dieter Arnold, Teningen